Pfadfinder und Handwerker arbeiten am Wiederaufbau der Marienburg Hand in Hand – und klettern beim Richtfest gemeinsam aufs neue Dach. Foto: Claudia Leihenseder

Die Marienburg soll im kommenden Frühjahr wieder bezogen werden können. Pfadfinder sowie Handwerker arbeiten Hand in Hand, um das neue Heim der Pfadfinder möglichst schnell fertig zu stellen.

Hofen - Richtig froh sind die Hofener Pfadfinder dieser Tage: Ihre Marienburg, die kurz vor Weihnachten 2011 abgebrannt war, steht wieder. Zumindest ist das Gebäude als Rohbau mit Wänden und Dach fertiggestellt. Am Freitagabend ist gemeinsam mit den Handwerkern Richtfest gefeiert worden – Lagerfeuer inklusive.

„Wir machen, was man uns sagt“

Die Sonne senkt sich an diesem Abend, der Neckar plätschert weiter unten in seinem Flussbett und die Handwerker steigen für das Erinnerungsfoto aufs Dach. „In zwei Wochen kommen die Fenster“, sagt Uli Gruber, der lange Jahre Vorsitzender der Pfadfinder war und inzwischen im Bauausschuss sitzt.

Dort hat er gemeinsam mit den älteren Pfadfindern alle Hände voll zu tun. Denn die Hofener lassen sich nicht einfach von anderen die Marienburg wieder aufbauen, sondern helfen kräftig mit nach dem Motto „dumm und stark“, wie Gruber augenzwinkernd hinzufügt: „Wir machen, was man uns sagt.“

Arbeit von Anfang an ohne Architekt

Die Pfadfinder haben beim Abbruch den Bauschutt aufgeräumt, sie haben die Drainagen gelegt und die Baumaterialien geschleppt. Die Handwerker, so Gruber, kommen den Pfadfindern überall entgegen. So wird etwa der Fensterbauer nur das Material anliefern und dann die sieben bis acht Helfer beim Einsetzen dirigieren. Das Gebäude zahlt die Versicherung, den Innenausbau werden die Pfadfinder selbst übernehmen. „Das war auch schon früher so“, erzählt Gruber. Die Pfadfinder haben auch schon in der alten Marienburg ihre Schränke selbst gebaut. Auch für die erste Ausstattung wie Spiele und anderes Material ist bereits gesorgt: „Die Marienburg war noch warm, da kamen schon die ersten Spenden“, meint Gruber.

Nach dem Brand vor knapp zwei Jahren – Schuld war wohl die Küchentherme – hatten die Pfadfinder einen Bauausschuss gegründet. Sie arbeiteten von Anfang an ohne Architekt. „Wir haben sämtliche Baukompetenz im Förderverein der Hofener Pfadfinder“, sagt Monika Kurfess – und ist selbst genau dafür ein gutes Beispiel. Im Förderverein ist sie im Vorstand aktiv und gleichzeitig von Beruf Bauingenieurin. Mit-Pfadfinder Alexander Breichler ist im Bauausschuss und hat als Bauingenieur und Zimmermann die Bauleitung übernommen.

Namensursprung unbekannt

Kurfess ist mit der bisherigen Bauzeit zufrieden: „Es hat alles gut geklappt mit allen Ämtern.“ Wenn es so weitergeht, wird das Gebäude Mitte Oktober nicht nur Fenster, sondern auch seine Türen erhalten. Offensichtlich ist alles im Zeitplan. Dabei musste auch das zunächst unversehrt scheinende Untergeschoss im Frühjahr abgerissen werden, weil die Statiker Probleme festgestellt hatten. Das Gebäude gehört der Katholischen Kirche und steht zu zwei Dritteln auf Kirchengelände und zu einem Drittel auf Stadtgelände. „Es wird aber einen Grundstückstausch geben“, sagt Kurfess. „Wir sind froh, dass wir die Marienburg überhaupt wieder aufbauen durften“, meint die Fachfrau. Schließlich befindet sich das Baugelände mitten im Landschaftsschutzgebiet.

Warum das Heim der Hofener Pfadfinder Marienburg heißt, wissen weder Uli Gruber noch Monika Kurfess. Vielleicht liegt es an Hofen und seinem Status als Wallfahrtsort, vermuten die beiden. Dann geht es zum Lagerfeuer und seinem urgemütlichen Licht, das seine Schattenspiele an die Wände der Burgruine wirft. So feiern echte Pfadfinder ihr neues Heim.

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