Am laufenden Band: Menschen beim Training im Fitnessstudio. Foto: imago/Westend61/Manu Padilla

Wer hätte das gedacht, meine Herrn: Der Weg zum Glück einer Frau kann über ein Laufband führen. Da war selbst unser Kolumnist KNITZ platt.

Natürlich ist KNITZ stets bemüht, seinen Mitmenschen ein gutes Gefühl zu geben. Manchmal braucht es dafür nicht viel und es gelingt gewissermaßen im Vorübergehen. Es hilft eine freundlicher Blick, ein Lächeln und ein „Grüß Gott“.

 

Um Menschen glücklich zu machen, braucht es schon etwas mehr. Aber auch das ist eine Disziplin, in der KNITZ versucht, in Übung zu bleiben. Auch wenn ihm das nicht immer so leicht von der Hand geht.

KNITZ arbeitet an seinem Georg-Clooney-Lächeln

Mit das Schwierigste, hört KNITZ gelegentliche von seinen Geschlechtsgenossen, sei es, eine Frau glücklich zu machen. Aber auch da gibt er nicht auf und hat sich im Lauf der Zeit ein gewisses Repertoire angeeignet. Blumen können da genauso ihre Wirkung entfalten wie ein Kompliment.

Seit Jahren arbeitet KNITZ zudem an seinem Georg-Clooney-Lächeln. Ob er dabei wirklich wie Georg Clooney ausschaut, weiß er nicht. Womöglich gleicht er damit eher einem grinsenden Stan Laurel. Aber das wäre auch nicht schlimm. So lange der erhoffte Effekt eintritt.

Glück ist nach dem Verständnis von KNITZ ohnehin nur eine Momentaufnahme. Und als ewig Lernender ist er immer wieder verblüfft, was so alles Glücksmomente erzeugen kann. Neulich etwa hat ihm eine Frau nach dem Besuch eines Sportstudios verkündet: „Mein Laufband hat mich heute glücklich gemacht.“

KNITZ war verblüfft. Natürlich wollte er wissen, wie das dem Laufband gelang – unter uns gesagt, weil er gedacht hat: Was so ein Laufband hinkriegt, das müsse er eigentlich auch schaffen.

Das Laufband hat es echt drauf

Nun, sagte die Frau, schon beim ersten Mal habe das Laufband bei ihr einen regelrechten Glücksrausch ausgelöst, in dem es ihr nach der Übung verkündet habe: „Gratulation, Du hast jetzt die Golden Gate Brücke überquert!“

Kleine Erklärung für Ungeübte: Das Laufband spricht nicht, obwohl das technisch sicher möglich wäre. Der Satz erschien nach vollbrachter Tat neben dem Foto der berühmten Brücke auf einem Bildschirm.

Ein Rechner speichere ihre Strecken, fuhr die Frau fort, und addiere sie. Also habe ihr das Laufband etliche Wochen später verkündet: „Respekt, Du bist jetzt die Distanz zwischen San Francisco und Los Angeles gelaufen!“ Danach sei sie wie auf Wolke sieben durch den restlichen Tag geschwebt.

Das Laufband, musste KNITZ neidvoll anerkennen, hat es echt drauf. Unsereinem wäre nichts Besseres eingefallen wie: „Mensch, Schatz, 2737 Meter! Das war echt eine super Leistung von Dir!“ So spricht ein Erbsenzähler, ein Auslaufmodell. Das Laufband aber ist auf der Höhe der Zeit und erklärt der Frau durch die Blume, dass sie eben eine der imposantesten Hängebrücken der Welt und das Wahrzeichen der gesamten Bay Area bezwungen hat.

Beim nächsten Mal wird KNITZ die Frau fragen, mit welchem Spruch sie das Laufband dieses Mal beglückt hat. Er hält Sie, meine Herrn, auf dem Laufenden.

Wenn KNITZ sich an die Frau wendet, wird er sein gewinnendstes George-Clooney-Lächeln aufsetzen. Mal schauen, ob das Laufband da noch mithalten kann.