Lautlich unterscheiden sich der Deal und d’r schwäbische Diel kaum. Aber inhaltlich liegen Welten dazwischen.
Ob’s am amerikanischen Präsidenten liegt, der gern mal behauptet, er sei gerade dabei, einen Deal abzuschließen?
KNITZ jedenfalls hat den Eindruck, dass dank Trump der Deal derzeit in aller Munde ist. Wenn jemand eine Abmachung trifft, dann wird diese gern mit dem Schlagwort „Deal!“ besiegelt. Dabei sollte man allerdings beachten, dass im Deutschen die Schreibweise und die Bedeutung variieren.
„Gei mr mol den Diel ruff. Abr heit no.“
Als Schwabe kam KNITZ als Erstes d’r Diel in den Sinn. Gemeint ist ein massives, schweres Holzbrett, das auf dem Bau unterschiedliche Funktionen haben kann – und KNITZ selbst schon in Forderung begegnet ist: „Gei mr mol den Diel ruff. Abr heit no.“
Was für fremde Ohren rustikal klingen mag, würde KNITZ so übersetzen: „Würdest du bitte die Freundlichkeit besitzen, mir den Diel zu reichen. Aber nur, wenn es dir gerade keine Umstände bereitet.“
Auf der Welt dürfte sich herumgesprochen haben, dass hierzulande hinter einem rauen Ton zumeist eine freundliche Botschaft steckt, was gemeinhin in der Aussage gipfelt: „Mr secht’s hald em Guada.“
Menschen, die nicht so mit der Mundart von KNITZ verwachsen sind, dürften nicht nur wegen der Verkürzung, sondern auch wegen des Artikels zusammengezuckt sein: D’r Diel, der Diel? Sagt man nicht die Diele, wenn von einem Holzbrett die Rede ist.
Die Diele kann recht unterschiedliche Bedeutungen haben
Absolut korrekt. Aber zum einen ist das Schwäbische bei der Verwendung von Artikeln durchaus eigen (siehe: d’r Butter, des Teller). Zum andern hat eine feine Holzdiele, wie sie etwa zum Verlegen eines Bodens Verwendung findet, nichts mit einem stabilen Holzbrett zu tun, wie es auf dem Bau zum Einsatz kommt.
KNITZ hat im Internet geblättert und herausgefunden, dass die Diele recht unterschiedliche Bedeutungen haben kann: Dahinter mag sich ein Hausflur verbergen, aber auch ein altes norwegisches Volumenmaß. In grauer Vorzeit hat man sogar ein Lokal als Diele bezeichnet.
Lassen wir uns die Diele auf der Zunge zergehen, landen wir bei der Eisdiele. Deren Inhaber wird als Eisdielenbesitzer bezeichnet, keinesfalls als Eisdieler oder Eisdealer.
Ein Eisdealer wäre nach dem Sprachverständnis von KNITZ einer, der illegale halluzinogene Substanzen in einer Kaltspeise versteckt hat. Aber das kommt bei KNITZ nicht in die Waffel.
Ein Dealmaker, der nix bringt, ist in Bayern ein Gschaftlhuber
Doch kehren wir zurück zu jenem Mann, der dem Begriff Deal mutmaßlich Auftrieb verliehen hat, zum amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Selbstverständlich passt es zu einem Kerl, dessen Kernbotschaft „Make America Great Again“ mit vier Worten auskommt, dass er sich selbst als hemdsärmeliger Macher verkauft, als Dealmaker. KNITZ fragt sich allerdings immer öfter, wem dessen sogenannte Deals eigentlich nützen sollen.
Für einen selbst ernannten Dealmaker, der sich wichtig macht, aber mit seinem geschäftigen Tun im Grunde nichts zustande bringt, haben die Bayern einen wunderbaren Begriff kreiert: Gschaftlhuber. In dem Fall kämen der Dealmaker und d’r Diel zusammen: Ein Geschäftemacher, der nichts taugt, hat ein Brett vorm Kopf.