Bob Corker hält seinen Präsidenten für einen Schwachlopf – und sagt das auch. Foto:  

Nur wenige Senatoren der Republikaner wagen den Aufstand gegen Donald Trump. Das ist widerwärtig, kommentiert Karl Doemens.

Washington - Der Außenminister hält den Präsidenten für einen Schwachkopf. Ein führender Senator warnt, der eigene Regierungschef könne den dritten Weltkrieg anzetteln, und fordert eine 24-Stunden-Betreuung. Nein, dies ist nicht die Vorschau auf eine neue bitterböse TV-Politsatire. Das ist die Realität in den USA, wo ein unberechenbarer Narzisst und Choleriker über die Atomwaffen gebietet.

Man muss dem republikanischen Senator Bob Corker dankbar sein, dass er ausspricht, was Beobachter schon lange anmerken: Donald Trump ist seinem Amt charakterlich, psychisch und intellektuell nicht gewachsen. Corkers Schilderungen, wie ein enger Kreis des Kabinetts permanent versucht, den Präsidenten einzuhegen und das Schlimmste zu verhindern, sind höchst alarmierend. Es ist schlimm, dass ein Mann wie Trump ins Weiße Haus kommen konnte. Geradezu widerwärtig aber ist das dröhnende Schweigen seiner Partei. Viele republikanische Kongresspolitiker geben Corker insgeheim recht. Doch öffentlich winden sie sich oder schmeicheln dem Präsidenten gar. Weder mit Feigheit noch mit Opportunismus ist diese Verlogenheit zu erklären. Wenn die Spitze der Republikaner diesem Präsidenten nicht endlich Paroli bietet, macht sich die Partei Abraham Lincolns schuldig an ihrem Land und der ganzen Welt.

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