Oberligist SV Leonberg/Eltingen feiert mit 31:27 bei der SG H2Ku Herrenberg den dritten Auswärtssieg in Folge, obwohl zwei Stammkräfte fehlen und einige Spieler angeschlagen sind.
Die Ausgangslage für die Handballer des SV Leonberg/Eltingen vor dem Duell bei der SG H2Ku Herrenberg war alles andere als rosig: Im Training hatten mehrere Akteure wegen Krankheit und Verletzungen gefehlt – in Bernhard Kutzner und Christoph Hönig (als Trainer der Frauen des TSV Denkendorf gefordert) fehlten zwei wichtige Stammkräfte, einige andere aus dem zehn Feldspieler umfassenden Kader hatten nur das Abschlusstraining am Donnerstag mitmachen können.
Doch das verbliebende Häufchen trotzte in der Herrenberger Markweghalle allen Widerständen und setzte sich verdientermaßen mit 31:27 (12:9) durch. „Die Jungs haben gekämpft wie die Löwen. Der Sieg war nach den Heimniederlagen gegen die Kellerteams Schutterwald und Altensteig wichtig für die Moral in der Mannschaft“, zeigte sich Interimstrainer Rafet Oral überaus zufrieden.
Nur zu Beginn tut sich der SV schwer
In der ersten Viertelstunde hatten die Gäste allerdings im Angriff ihre Probleme und kamen nur zu zwei Treffern, sodass die Herrenberger eine 5:2-Führung herauswerfen konnten. Damit hatte Coach Oral durchaus gerechnet. „Ich wollte meinen Sohn Yannik und Roman Salathe nicht von ihren gewohnten Halbpositionen wegziehen und habe Niklas Bolkart auf der Spielmacherposition eingesetzt. Das hat eine gewisse Eingewöhnungszeit gebraucht“, erklärte Rafet Oral die Anfangsschwierigkeiten des Teams.
Doch in der Folge kam der SV immer besser in die Partie und schaffte beim 6:6 (19.) durch Roman Salathe den Ausgleich. Felix Wiederhöft brachte die Gäste drei Minuten später per Siebenmeter zum 8:7 erstmals in Führung, die bis zur Pause auf 12:9 ausgebaut wurde. Grund dafür war, dass die Leonberger Abwehr immer sicherer stand und Joshua Denk mit zahlreichen Paraden die H2Ku-Angreifer zum Nachdenken brachte.
Näher als zwei Tore ließen die Gäste die Herrenberger auch in der zweiten Halbzeit nicht herankommen. Vorentscheidend war die Phase zwischen der 45. und 50. Minute: Mit sechs Toren in Folge setzte sich der SV vorentscheidend von 22:20 auf 28:20 ab. „Da hat Herrenberg ein paar Bälle verworfen und wir sind zu einfachen Toren gekommen“, erklärte Rafet Oral. Dies sei angesichts der dünnen Personaldecke auch bitter nötig gewesen. Die Gastgeber kamen in den letzten Minuten zwar auf 27:30 heran, konnten den Erfolg des SV aber nicht mehr verhindern.
Dass Herrenbergs Außenspieler Luca Kälbly die Partie mit sieben Toren noch einmal spannend machte, hatte Oral in Kauf genommen. „Wir wollten die Mitte wegen der schnellen Wechsel des Gegners zumachen und mussten daher die Außenposition etwas vernachlässigen“, meinte er. Verlassen konnte sich der SV Leonberg/Eltingen einmal mehr aber auf Yannik Oral, der mit neun Toren der treffsicherste Spieler auf dem Parkett war. „Wenn wir weniger als 30 Gegentore kassieren, sind wir in der Lage, mehr als 30 zu werfen“, meinte Rafet Oral. Dann bekämen auch die Torhüter ihre Sicherheit und könnten mit einer Paradenquote von 30 bis 35 Prozent zum Sieg betragen. Ein solcher soll nun auch am Samstag zu Hause gelingen. SV Leonberg/Eltingen: Schneider, Denk (1); Oral (9/1), Bolkart (6), Salathe (5), Hönninger (3), Laib (3), Wiederhöft (2/1), Klatte (2), Schreiner, Kost, Fatnassi.