Edmund Funk (rechts) hat sich beim einem Testspiel der Kickers in Heiningen mit dem Geschäftsstellenleiter der Stuttgarter, Kim Stehle (Mitte), und dem Scout von 1899 Hoffenheim, Hansi Kleitsch, getroffen. Dabei haben sich die Drei rege über Fußball ausgetauscht. Foto: StZ

Der Fußball-Verbandsligist 1. FC Heiningen trifft im Viertelfinale des WFV-Pokals auf den Drittligisten Stuttgarter Kickers. Mit vier ehemaligen Blauen im Team hofft der Außenseiter auf eine Pokal-Überraschung, wie Heiningens Geschäftsführer Sport Edmund Funk im Interview sagt.

Stuttgart - Der Klassenverbleib in der Fußball-Verbandsliga hat für den 1. FC Heiningen Priorität. Doch das WFV-Pokal-Viertelfinalspiel an diesem Mittwoch (18.30 Uhr/Intertex-Voralb-Arena) gegen Drittligist Stuttgarter Kickers will der Aufsteiger nicht kampflos verloren geben. „Je länger es 0:0 steht, umso höher werden unsere Chancen“, sagt Edmund Funk, der Geschäftsführer Sport.

Herr Funk, grassiert in Heiningen das Pokal-Fieber?
Das kann man wohl sagen. Dieses Spiel gegen die Kickers ist für uns der absolute Höhepunkt der Vereinsgeschichte. Vor drei Jahren hatten wir im WFV-Pokal-Achtelfinale gegen den SSV Ulm 1846, das wir 2:4 n.V. verloren, 850 Zuschauer. Jetzt erwarten wir 1000 bis 1500.
Die zweite Mannschaft der Kickers haben Sie ja schon aus dem laufenden Wettbewerb rausgekegelt.
Stimmt. Wir haben erst bei unserem Lokalrivalen 1. Göppinger Sportverein gewonnen, dann die Kickers II mit 2:0 besiegt, und nach dem Erfolg beim SV Nehren hat uns das Los diesen Knüller beschert.
Was rechnen Sie sich gegen das Drittligateam aus?
Wir sind erst einmal heilfroh, dass wir unser Verbandsligaspiel zuletzt gegen den VfL Nagold mit 3:0 gewonnen haben. Der Kampf gegen den Abstieg genießt absolute Priorität. Aber klar: Wir wären schlechte Sportler, wenn wir nicht ein Fünkchen Hoffnung auf eine Sensation hätten. Je länger es 0:0 steht, umso höher werden unsere Chancen.
Erwarten Sie die Kickers in Bestbesetzung?
Ich glaube das ist völlig zweitrangig. Egal, wer spielt, sie werden zu 100 Prozent konzentriert sein. Das WFV-Pokal-Endspiel findet im Gazistadion auf der Waldau statt, zudem ist die DFB-Pokal-Qualifikation ja nicht mehr über die dritte Liga möglich.
Sie haben Spieler in ihren Reihen, die besonders motiviert sein werden.
Jeder, bis hin zum Platzwart, ist bis in die Haarspitzen motiviert. Aber ich weiß, auf was sie anspielen – wir haben vier ehemalige Blaue in unseren Reihen. Franco Petruso war in der Vorrunde sechs bis acht Wochen verletzt, er hat bis Weihnachten gebraucht, um in Form zu kommen. Hinzu kommen Eugen Schneider und Murat Cubuk, die beide in der Jugend bei den Kickers spielten, Eugen natürlich auch lange in der Oberligamannschaft der Blauen. Und dann ist da noch Lukas Renn, er ist der vierte ehemalige Kickers-Mann.
Die Vier sind nicht die einzigen prominenten Spieler in Ihrem Kader.
Ja, Dominik Mader gab ein kurzes Gastspiel beim damaligen Zweitligisten TuS Koblenz. Verteidiger Davor Kraljevic spielte beim SSV Ulm 1846 und bei TeBe Berlin, und Juri Kotiukov war schon in der zweiten Liga in Lettland am Ball.
Sie selbst spielten früher auch in der damals dritthöchsten Spielklasse, der Oberliga Baden-Württemberg. Was waren Ihre Highlights?
Zwei DFB-Pokalspiele sind mir besonders in Erinnerung: Mit dem FC Eislingen spielte ich gegen Darmstadt 98, mit dem VfR Aalen gegen Fortuna Düsseldorf. Und als ich bei der SpVgg 07 Ludwigsburg unter Vertrag stand, gab es jeden Sommer ein Testspiel gegen die Kickers. Dass wir jetzt mit dem 1. FC Heiningen gegen diesen Traditionsverein in einem Pflichtspiel antreten dürfen, ist einfach überragend.
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