Können bald Passagiere am Stuttgarter Flughafen in Emirates-Flugzeuge einsteigen? Foto: AP, imago/Arnulf Hettrich

In das Ringen um mögliche neue Verbindungen von Stuttgart an den Golf mit der Fluggesellschaft Emirats hat sich nun die baden-württembergische Landespolitik eingeschaltet.

Kommt der Berliner Flughafen dem Stuttgarter Airport zuvor, wenn es um die Einrichtung zusätzlicher Verbindungen der Fluggesellschaft Emirates geht? Diese Sorge treibt Verkehrspolitiker aus dem Land um. Nun hat sich in der Debatte auch die baden-württembergische Wirtschaftsministern Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) zu Wort gemeldet.

 

In einem Brief an Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) betont sie die Bedeutung einer solchen Verbindung, die schon lange aus Wirtschaftskreisen in Baden-Württemberg gefordert wird. „Die Golfregion und allen voran die Vereinigten Arabischen Emirate gewinnen für baden-württembergische Unternehmen außenwirtschaftlich immer mehr an Bedeutung. Aus diesem Grund benötigt Baden-Württemberg eine bessere Anbindung zu den Drehkreuzen der Golfregion“, heißt es in dem Schreiben.

Wirtschaftsministerin: Land engagiert sich am Golf

Stellvertretend nennt Hoffmeister-Kraut die Bereiche „Aerospace, Gesundheitswirtschaft , Digitalisierung und Künstliche Intelligenz“, in denen sich die Zusammenarbeit vertiefen könne. Zudem erinnert sie an, dass Baden-Württemberg eine eigene Wirtschaftsrepräsentanz in den Emiraten mit Sitz in Abu Dhabi unterhalte. „Eine bessere Verkehrsanbindung zwischen Stuttgart und der Golfregion würde diese Aktivitäten weiter stützen und einen spürbaren positiven Impuls geben.“ Dies bestätige auch eine Erhebung der Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart, „die deutlich zeigt, dass eine Verbindung in die Golfregion und die damit verbundenen Umsteigemöglichkeiten in Richtung Asien ein dringender Wunsch der Unternehmen in Baden-Württemberg ist“.

Zum Hintergrund: Der Flughafen Stuttgart dringt seit Längerem auf neue Langstreckenverbindungen, insbesondere zu den Drehkreuzen am Persischen Golf. Eine Direktverbindung der Fluggesellschaft Emirates gilt als strategisch wichtig für die exportorientierte Wirtschaft in Baden-Württemberg, da sie bessere Anschlüsse nach Asien, Afrika und Australien ermöglichen würde. Bislang verfügt Emirates in Deutschland jedoch nur über begrenzte Verkehrsrechte – Stuttgart gehört aktuell nicht zum Emirates-Streckennetz.

Emirates-Flüge: macht Berlin das Rennen?

Nach Plänen des Bundesverkehrsministeriums sollen zusätzliche Verkehrsrechte zwar vergeben werden, aber offenbar zugunsten Berlins. Der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Bundestagsfraktion, der Reutlinger Abgeordnete Michael Donth, hatte sich seinerseits an Patrick Schnieder gewandt. Donth erinnert daran, dass dem Flughafen Stuttgart noch in der vergangenen Legislaturperiode zugesichert worden sei, „dass er allein aufgrund seiner wirtschaftlichen Bedeutung vor Berlin berücksichtigt werde“. Nun scheine sich aber „diese Priorität geändert zu haben“, stellt Donth fest.

Hoffmeister-Kraut lenkt den Fokus auf die Airline selbst. Es freue sie, „dass auch Emirates seit Jahren immer wieder öffentliches Interesse daran bekunden, neben den bereits vier bestehenden Destinationen auch Stuttgart anfliegen zu können“. Sie bitte Schnieder darum „Emirates Verkehrsrechte am Flughafen Stuttgart zu erteilen“.