Manche Stuttgarter bekamen den Staub mehr zu spüren als ihnen lieb war. Foto: Andreas Rosar Fotoagentur-Stuttg

Menschen in Stuttgart und ganz Baden-Württemberg staunen über den Saharastaub. Das Wetterphänomen tauchte den Himmel in ein trübes Licht. Auf den Autos landet der „Wüstenschnee“.

Stuttgart - Was für ein Anblick: Menschen in Stuttgart und ganz Baden-Württemberg haben am Samstag über Staub aus der Sahara gestaunt, der dem Himmel eine gelb-rötliche Trübung verliehen hatte. Nach einem Schauer war einigen der „Wüstenschnee“ aber zuviel: Der Saharastaub rieselte auf Autos im Kessel. Marco Puckert vom Deutschen Wetterdienst in Stuttgart bestätigt: „Die Tropfen waren gelb-bräunlich. Das war ganz feiner Sand oder Staub. Wir nehmen an, dass es sich um die Staub-Partikel aus der Sahara handelt.“ Diese Erklärung sei nach einem Schauer „sehr naheliegend“.

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Beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Stuttgart schellte das Telefon am Samstag ununterbrochen. Viele Stuttgarter wollten wissen, was es mit dem spektakulären Himmelsphänomen auf sich hat. Wetterexperte Marco Puckert erklärte: „Der Verdacht liegt sehr nahe, dass es der Saharastaub ist, der den Himmel gelb einfärbt“, sagte er am Samstag. Vom Süden ströme aus dem Sahara-Raum milde und sehr feuchte Luft ein und sorge für zahlreiche Schauer, die bereits in den vergangenen Tagen die Wetterlage im Süden und Südwesten Deutschlands prägten.

Wie ein Schleier schiebt sich der Staub vor die Sonne

„Wir haben in großen Höhen eine Strömung aus südwestlicher Richtung. Der Wind bläst den aufgewirbelten Staub aus der Sahara von Nordafrika über Mallorca, Frankreich in Richtung Mitteleuropa“, erklärt Puckert. Der Staub schiebe sich dann wie ein Schleier vor die Sonne, weshalb sich das Licht etwas einfärbe.

Vom Nordosten Spaniens über Lyon und die Côte d’Azur bis nach Baden-Württemberg war der Himmel am Samstag in trübes gelbes Licht getaucht. Über der Stadt Lyon hing ein besonders trübes Licht, in manchen Regionen war der Schnee gelb eingefärbt. Mancherorts war der Himmel eher rosa. Ein Wind aus dem Süden habe Sand aus der Sahara nach Frankreich getragen, klärte die Präfektur der der Region Auvergne Rhône Alpes über das Wetterphänomen auf.

„Blutregen“ wird das Wetterphänomen genannt

Der Saharastaub ließ auch Millionen von Spaniern im Osten und Nordosten des Landes staunen. Schon am frühen Morgen bedeckte eine dünne gelbrötliche Schicht Gehwege und Straßen, Autos und Balkone. Betroffen waren unter anderem die Regionen Valencia, Balearen mit der Urlaubsinsel Mallorca, Katalonien und Aragonien. In den Mittelmeer-Städten Alicante und Valencia gingen nach Medienberichten Tausende von Menschen auf die Straße, um Fotos zu machen oder ein bisschen Wüstenstaub aufzusammeln und nach Hause zu tragen.

„Blutregen“ wird das Wetterphänomen genannt, weil es normalerweise von Niederschlägen begleitet wird. Diesmal war es aber (seltener) trockener Staub. Und sehr viel davon. So viel Saharastaub sei das letzte Mal in Spanien 2018 vom Himmel gefallen, sagte Wetterexperte Jorge Olcina der Zeitung „Información“.

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