27. Juli 2018: Am Ufer des Rheins im nordrhein-westfälischen Düsseldorf sind durch die anhaltende Trockenheit Risse entstanden. Im Hintergrund die Rheinkniebrücke und der Rheinturm. Foto: Martin Gerten/dpa

Wenig Regen, trockene Böden: Der Deutsche Wetterdienst warnt vor einer Dürre 2019, die die des vergangenen Jahres noch übertreffen könnte. Der Feuerwehrverband fordert mehr Mittel gegen Waldbrände.

Offenbach - Deutschland steuert nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) womöglich auf einen weiteren Dürresommer zu. Sollte die trockene Witterung in den kommenden Monaten anhalten, könnte sich die Dürre des Jahres 2018 wiederholen oder sogar übertroffen werden, sagte der Leiter der DWD-Agrarmeteorologie, Udo Busch, in Offenbach.

Besonders betroffen sind demnach die östlichen Bundesländer. Selbst wenn es noch viel regnen sollte, bleibt die Bodenfeuchte den Schätzungen zufolge bis in den Sommer hinein unter dem vieljährigen Mittelwert. Die Startbedingungen für die Vegetation sind 2019 in vielen Gebieten Deutschlands deutlich schlechter als im Vorjahr.

Dürre bedroht Wälder

Ein Dürresommer würde diesmal nicht nur die Landwirtschaft erneut hart treffen, sondern auch die Forstwirtschaft, schätzt der DWD. Erste Waldbrände haben in den vergangenen Tagen schon zahlreiche Regionen in Deutschland heimgesucht.

Aus Sicht des Waldexperten Pierre Ibisc muss der „Wald der Zukunft“ vielfältig sein, um möglichen Waldbränden Paroli bieten zu können. Strukturreiche Laubwälder mit verschiedenen Baumarten brennen nicht so schnell und trocknen nicht so stark aus wie reine Nadelwälder, wie der Naturwissenschaftler von der Eberswalder Hochschule für nachhaltige Entwicklung erklärte. „Die großflächigen Monokulturen werden mittelfristig scheitern.“

Sterberate der Bäume hat sich verdoppelt

Forscher der Berliner Humboldt-Universität und der Universität für Bodenkultur in Wien haben die Baummortalität in Deutschland, Österreich, Polen, Tschechien, der Slowakei und der Schweiz genauer untersucht. Die Wissenschaftler um Cornelius Senf und Rupert Seidl zeigen in ihrer in der Fachzeitschrift „Nature Communications“ publizierten Studie anhand von 720 000 Satellitenbildern, dass sich die Sterberate in den Wäldern in den vergangenen 30 Jahren verdoppelt hat.

War zu Beginn der 1980er Jahre im Durchschnitt ein halbes Prozent der Waldfläche pro Jahr vom Baumsterben betroffen, so waren es 2015 schon ein Prozent pro Jahr. Das sind jährlich rund 3000 Quadratkilometern, was der Fläche des Saarlands entspricht.

Damit steht fest: Das aktuelle Baumsterben übersteigt die Entwicklung vor 40 Jahren deutlich. Vor allem das von klimatischen Extremen geprägte Wetter setzt den Experten zufolge den Wäldern stark zu. „Winterstürme und Borkenkäfer, welche sich durch die warmen und trockenen Bedingungen rasch vermehren, verursachen großflächige Baummortalität“, betont Senf. Ein weiteres Ansteigen des Baumsterbens hält er aufgrund des Klimawandels für wahrscheinlich.

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