Endlich ist genug Material für einen Schneemann vorhanden. Foto: Andreas Rosar

Der Schneefall Freitagnacht und Samstag hat die Region in ein Winterwunderland verwandelt. Rutschpartien auf den Straßen bleiben weitgehend aus – bis auf einen spektakulären Unfall.

Stuttgart - Es hat nicht einmal eines Blicks zum Fenster hinaus bedurft, um am Samstagmorgen zu erfahren, dass über Nacht ein Winterwunderland im und um den Stuttgarter Kessel entstanden war: Wer mitteilungsfreudige Freunde in den sozialen Netzwerken hat, dem reichte ein Blick auf das Handy. Doch dann hieß es schnell den Rollladen hochziehen und die weiße Pracht bewundern. Denn sie war – zumindest in der Stadt unten – nur von kurzer Dauer. Auf den Fildern und den Anhöhen, beispielsweise dem Rotenberg, hielt sich der Schnee ein klein wenig länger, so dass sogar ein paar kurze Schlittenpartien möglich waren. Im Kessel jedoch schlug der Niederschlag am Samstagmorgen in Regen um.

Normalerweise ist Schnee für die Autofahrer in Stuttgart keine gute Nachricht: Wenn es schneit, rappelt es auf den Straßen. Der kurze Wintereinbruch am Wochenende verlief in dieser Hinsicht harmlos: Die Polizei meldete aus Stuttgart lediglich einen Unfall aufgrund der Schneeglätte. Dabei traf es ausgerechnet jemanden, der für sichere Straßen sorgen soll.

Ausgerechnet ein Streufahrzeug gerät ins Rutschen

In Plieningen verunglückte am Samstag ein Streufahrzeug. Der 51-jährige Fahrer war kurz nach 12 Uhr auf der Filderhaupt-straße in Richtung Fraubronnstraße unterwegs. Er soll laut der Polizei für die winterlichen Verhältnisse zu schnell gefahren sein. An einer Ampel kam er nach rechts von der Fahrbahn ab. Das Streu- und Räumfahrzeug verkeilte sich zwischen dem Ampelmasten und einer Hausmauer. Dabei wurden beide Türen blockiert, so dass der Fahrer weder aussteigen noch das Fahrzeug bewegen konnte. Die Feuerwehr musste erst das Räumschild vorne am Fahrzeug abschrauben, bevor es bewegt und der Fahrer befreit werden konnte. Den Schaden gibt die Stuttgarter Polizei mit rund 6500 Euro an. Im Kreis Böblingen verlor eine Autofahrerin am Samstag gegen 11 Uhr auf der Straße zwischen Grafenau und Magstadt auf schneebedeckter Fahrbahn die Kontrolle über ihren Wagen und fuhr über eine Verkehrsinsel. Der Wagen wurde erst durch den Aufprall an einem Verkehrsschild gestoppt. Die 61-jährige blieb unverletzt, der Sachschaden wurde auf 5000 Euro geschätzt. Das Auto war so stark beschädigt, dass es abgeschleppt werden musste. In Ludwigsburg-Poppenweiler überschlug sich der Wagen einer 32 Jahre alten Frau, nachdem sie auf der schneeglatten Straße nach links von der Fahrbahn abgekommen war. Die Fahrerin wurde leicht verletzt, der Schaden liegt bei rund 6000 Euro, meldet die Polizei.

Auch für Fußgänger besteht bei Schnee und überfrierender Nässe Rutschgefahr. Die Gehwege müssen Anwohner räumen und streuen. An Werktagen müssen sie das bis 7 Uhr getan haben. Samstags ist eine Stunde länger Zeit. An Sonn- und Feiertagen haben die Bürgerinnen und Bürger sogar bis um 9 Uhr Zeit, um die Trottoirs von Schnee und Eis zu befreien. Geräumt werden muss auf einer Breite von 1,50 Metern.

In Stuttgart ist es verboten, Salz und andere auftauende Stoffe zu verwenden. Ein Verstoß kann mit bis zu 500 Euro bestraft werden. Stattdessen sollen sogenannte abstumpfende Materialien wie Sand, Splitt oder Asche verwendet werden.

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