Sonnensturm: Die Sonne bildet den Mittelpunkt unseres Sonnensystems. Der aus Gasen bestehende ultraheiße Stern liefert Licht und Wärme, ohne die kein Leben auf der Erde möglich wäre. Foto: Nasa/Goddard Space Flight Center

Sonnenstürme können Satelliten, Elektronik und Stromnetze auf der Erde massiv stören. Die Auswirkungen sind jedoch gering, verglichen mit den Superflares, die Tausende Male stärker sind. In diesem Monat trifft wieder eine Sonneneruption auf die Erde.

Stuttgart - Im August wird ein Sonnensturm die Erde treffen. Von dem gigantischen Gasball im Weltall geht permanent Strahlung aus. Die mit den Sonnflecken verbundenen starken Magnetfelder können große Wolken heißen Gases aus den Außenschichten der Sonne ins All schleudern. Diese Gaswolken sind elektrisch geladen und stören daher das terrestrische Magnetfeld, wenn sie die Erde kreuzen.

 

Ist eine solche Strahlung innerhalb der Gasschicht der Sonne – der sogenannten Chromosphäre – besonders stark, kann sie auf der Erde erheblichen Schaden anrichten. Wenn diese sogenannten Sonnenwinde zudem kurzzeitig besonders intensiv sind und die Eruption – auch koronaler Masseauswurf genannt – lokal deutlich stärker ist, spricht man von einem Sonnensturm.

Aktivitäten der Sonne schwanken

Unsere Sonne schwankt im Verlauf von elf Jahren zwischen ruhigen und besonders aktiven Phasen mit vielen Sonnenflecken, Gasausbrüchen und Strahlungsstürmen. Grund für die Aktivitätsschwankungen unseres Tagesgestirns ist der Rhythmus des Transports heißen Gases in den Außenschichten der Sonne.

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts befindet sich die Sonne in einer außergewöhnlich aktiven Phase, wie Forscher der Max-Planck-Gesellschaft beobachtet haben. Die Sonnenaktivität ist in diesem Zeitraum demnach nicht nur mehr als doppelt so hoch wie der langfristige Mittelwert, sondern auch höher als jemals zuvor in den vergangenen 1000 Jahren.

Auswirkungen von Sonneneruptionen können verheerend sein

Ein solcher Strahlungsausbruch von der Sonne könnte große Teile der irdischen Elektronik, Stromnetze und Satelliten lahmlegen. Das zeigt die Analyse eines Wissenschaftlerteams unter Leitung Yuta Notsus von der Universität von Colorado in den USA.

Unsere Sonne kann demnach auch sogenannte Solar Flares oder Superflares produzieren, wie sie bei anderen Sternen bereits beobachtet worden sind. Der nächste derartige Ausbruch kann allerdings noch Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte hin sein, wie Notsu erklärt.

Superflares der Sonne

Superflares sind Hunderte bis Tausende Male stärker als alle Eruptionen, die bislang auf der Sonne beobachtet worden sind. Sie galten lange als eine typische Eigenschaft junger, aktiver Sterne.

Das Weltraumteleskop Kepler der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa hat jedoch überraschend viele Superflares auch bei Sternen registriert, die unserer Sonne ähneln. Kepler hatte bei zigtausend Sternen nach Helligkeitsschwankungen gespäht, die ferne Planeten verraten. Dabei stieß das Weltraumteleskop auch auf die plötzlichen solaren Gasausbrüche.