Dem Gänseblümchen könnte es demnächst doch zu kalt werden. Es wird kälter im Südwesten – aber es bleibt trocken. Foto: dpa

Weihnachten war warm. Das lag am Hoch Brigitte. Doch das verliert nun an Kraft und wird vom Hochdruckgebiet Christine verdrängt. Die Folge: es wird deutlich frostiger.

Stuttgart/Offenbach - Nach frühlingshaften Weihnachtstagen wird es zum Jahresende hin kälter in Deutschland. „Die Wetterlage stellt sich um“, erklärte Meteorologe Christoph Hartmann vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Sonntag. „Das Hochdruckgebiet Brigitte über dem Mittelmeer verliert seinen Einfluss auf unser Wetter.“ Brigitte könne für den „mit Abstand wärmsten jemals gemessenen Dezember“ sorgen.

Die Höchstwerte an den Weihnachtstagen können sich sehen lassen: Der Südwesten stellte den diesjährigen Rekord für Heiligabend auf. In Freiburg war es am Donnerstag mit 16,8 Grad bundesweit am wärmsten. Der Allzeit-Rekordwert von 2012 (18,9 Grad) wurde aber klar verfehlt. In der Münchner Innenstadt waren an Heiligabend 2012 sogar 20,7 Grad gemessen worden, allerdings nicht an einer Wetterstation des DWD.

Brigitte wird schwächer, Christine verdrängt warme Luft

Nun wird es kalt. „Brigittes Tod ist schuld an allem“, sagte Wetterexperte Hartmann. Das neue Hoch Christine aus dem Nordosten Europas sorge dafür, dass warme Luft Richtung Nordpol abzieht. Während die Höchstwerte langsam fallen, bleibt anhaltender Frost selbst in den Höhenlagen wie auf der Schwäbischen Alb aber erstmal aus. Wie Hartmann mitteilte, sind in den kommenden Tage noch im Schnitt bis zu 5 Grad im Südwesten drin. Zwar könne es etwa im Schwarzwald bereits ab Dienstag Nachtfrost geben. „Eistage wahrscheinlich aber erst im nächsten Jahr“, sagte Hartmann.

Der Temperaturwechsel durch die kalte sibirische Luft gehe allerdings weitgehend ohne Niederschläge vonstatten. „Vielleicht am 31. Dezember ein paar Tropfen – das ist alles, was ich bieten kann“, sagte Hartmann. Statt auf eine schützende Schneedecke zu hoffen, müsse sich die Natur auf Kahlfröste einrichten. Die Wetterexperten sind sich aber sicher: Das neue Hoch Christine wird die Temperaturrekorde für den Dezember nicht mehr verhindern können.

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