19. März 2019: Dichte Regenwolken über Ostfildern – gleich schüttet es gewaltig. Foto: Christian Pavlic

Jeder kennt das: Dunkle Regenwolken hängen – wie am Montagabend über der Region Stuttgart – am Himmel und scheinen den Betrachter unter ihrer Last fast zu erdrücken. Aber warum ist das so? Wir erklären dieses fantastische Naturschauspiel.

Stuttgart - Es sah fast ein bisschen nach Weltuntergang aus: Bedrohlich dunkle Wolkenberge zogen am Montagabend (18. März) über die Region Stuttgart und boten ein beeindruckendes Naturschauspiel. Was war los? Warum waren die Wolken so dunkel und der Himmel gleichzeitig so strahlend hell?

Nimbostratus

Meteorologisch handelt es sich bei diesem Wetterphänomen um einen sogenannten Nimbostratus – eine besondere Wolkenformation, die häufig als graue, dunkle Wolkenschicht erscheint. Die Schicht ist so dicht, dass das Sonnenlicht fast nicht mehr durchscheinen kann.

Der Begriff Nimbostratus kommt vom lateinischen „nimbus“ – Regenwolke – und „stratus“, was so viel bedeutet wie „mit einer Schicht bedecken“. Was man über Stuttgart, der Filderebene, Fellbach und anderswo in der Region sehen konnte, war demnach eine mehr oder weniger konturlose, blaugraue Wolkendecke, die ab mittleren Höhen beginnt (die innere Filderhochfläche liegt auf auf 327 bis 474 Meter Höhe) und oft lang anhaltende Niederschläge verursacht.

Was sind Wolken?

Wolken bestehen aus Luft, in der sich Wasserdampf zu Wasser verflüssigt oder zu Eis verfestigt. Die Folgen dieses Prozesses können Regen, Schnee oder Hagel sein. Wolken sind also ein Gemisch aus Luft und flüssigen oder festen Teilchen.

Wolken entstehen, wenn Wasserdampf vom Boden aufsteigt und an winzigen Partikeln in der Luft kondensiert – das heißt, von einem gasförmigen in einen flüssigen Aggregatzustand übergeht. Eine Wolke besteht aus Millionen und Abermillionen kleiner Wassertropfen, die durch Aufwinde getragen werden.

Die Farbe der Wolken

Die Farbe von Wolken hängt von vielen Faktoren ab, beispielsweise der Anzahl und Größe der Wassertropfen oder der Intensität des Sonnenlichts. Wolken erscheinen meist schneeweiß, weil sie das weiße Sonnenlicht streuen. Wenn der Himmel allerdings wie am Montagabend grau und bedeckt ist, sind die Wolken so dicht, dass sie das Licht brechen.

Je dunkler Wolken erscheinen, desto gesättigter sind sie und desto zahlreicher und größer sind die Wassertropfen, aus denen sie bestehen. Es kommt demnach immer darauf an, wie viel Wassertröpfchen oder Eiskristalle Wolken enthalten. Dunkle, fast schon schwarze Wolken kündigen deshalb oft starken Regen an.

Alles liegt im Auge des Betrachters

Ob eine Wolke dunkel oder hell erscheint, hängt immer vom Standpunkt des Betrachters ab. Wenn die Wolke zwischen der Sonne und dem Betrachter liegt, dann deckt sie die Sonnenstrahlen ab und der Himmel ist verdunkelt. Würde man mit einem Flugzeug über dem Wolkenmeer fliegen, wäre der Himmel strahlend hell.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: