Mercedes-Benz glänzt im Wettbewerbsvergleich durch eine hohe Profitabilität. Foto: dpa

Die weltweite Autobranche steuert laut einer Studie auf ein Rekordjahr zu. Daimler liegt im Wettbewerbsvergleich der Autoriesen hinter Toyota auf Platz zwei.

Stuttgart - Die weltweite Autobranche steuert auf ein Rekordjahr zu. „Absatz und Gewinne dürften 2016 einen neuen Höchststand erreichen“, heißt es in einer Studie des Forschungsinstituts Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach. Gleichzeitig stehe die PS-Branche jedoch vor den größten Umbrüchen ihrer Geschichte. „Die Hersteller sollten sich durch die Rekordzahlen und die gute Performance nicht blenden lassen“, warnt Institutschef Stefan Bratzel. Die Umbrüche rund um Elektromobilität, autonomes Fahren und Mobilitätsdienstleistungen, so der Wissenschaftler, stellten die bisherigen Technologien und Geschäftsmodelle der etablierten Autohersteller in Frage. Es gelte, die gute Entwicklung intensiv für die notwendigen Zukunftsinvestitionen zu nutzen.

VW bleibt weltweit beim Absatz die Nummer eins

Das Forschungsinstitut untersucht regelmäßig die Entwicklung von 17 weltweit aktiven Autokonzernen. Im dritten Quartal haben sie insgesamt einen Rekordgewinn von 27,3 Milliarden Euro, gemessen am Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) eingefahren. Etwas mehr als die Hälfte dieses Gewinns entfiel dabei laut Studie auf die vier Konzerne Toyota, Daimler, VW und General Motors. Trotz des Abgasskandals sei VW in den ersten drei Quartalen Spitzenreiter beim Absatz vor Toyota geblieben. Das Forschungsinstitut rechnet damit, dass die Wolfsburger auch im Gesamtjahr die Nummer eins bei den verkauften Fahrzeugen bleiben. Mercedes-Benz wird nach Einschätzung der Wissenschaftler BMW überholen und absatzstärkster Premiumhersteller werden.

Toyota ist der leistungsstärkste Autokonzern

Insgesamt leistungsstärkster Autokonzern blieb im dritten Quartal nach dieser Studie Toyota. Die Wissenschaftler messen die Wettbewerbskraft mit einem Index, in den neben dem Absatz mehrere Finanzkennziffern einfließen. Die Spitzenposition des japanischen Autoriesen ist vor allem auf die finanzielle Entwicklung zurückzuführen. Daimler ist im weltweiten Wettbewerbsvergleich im dritten Quartal vom vierten Platz auf den zweiten Platz hinter Toyota vorgerückt. „Die Schwaben glänzen dank eines Absatzzuwachses von elf Prozent durch ihre derzeit hohe Profitabilität“, heißt es in der Studie. Auf den weiteren Plätzen folgen VW, General Motors und BMW. Größter Verlierer ist Ford. Der US-Konzern ist gegenüber dem zweiten Quartal vom fünften auf den 14. Platz abgerutscht. Dies ist vor allem auf eine Absatzschwäche auf fast allen wichtigen Märkten zurückzuführen. Schlusslicht ist Mitsubishi. Der Skandal um manipulierte Kraftstoffverbräuche führte zu einem massiven Absatzeinbruch. Als einziger der 17 Konzerne schrieben die Japaner im dritten Quartal rote Zahlen.

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