Arthur Pereira (Mitte) freut sich über den ersten Preis beim Wettbewerb „Start-up Esslingen“, die Urkunde haben ihm Oberbürgermeister Jürgen Zieger und EST-Chef Michael Metzler (von rechts) überreicht. Foto: Roberto Bulgrin

Fünf Gründer haben beim Wettbewerb „Start-up Esslingen“ umfangreiche Unterstützung mit Sachleistungen und Beratung gewonnen. Auf dem ersten Platz steht Arthur Pereira, der eine Kaffeerösterei gründen will.

Esslingen - Arthur Pereira hat die Jury am meisten überzeugt: Der Gründer möchte die erste Kaffeerösterei in Esslingen eröffnen und hat den ersten Platz bei „Start-up Esslingen“ gewonnen, einem Projekt initiiert vom städtischen Eigenbetrieb Esslinger Stadtmarketing und Tourismus GmbH (EST). Am Donnerstag öffneten Oberbürgermeister Jürgen Zieger bei einer digitalen Preisverleihung den Umschlag für den ersten Platz, der den Namen von Pereiras Unternehmen „Many Lots Speciality Coffees“ enthielt. „Mit meinem Geschäft werde ich den Esslingern die Vielfalt des Kaffees zeigen“, versprach der Gewinner mit brasilianischen Wurzeln, der seit 2012 in Esslingen lebt.

 

18 Unternehmen haben am Wettbewerb teilgenommen. Fünf wurden bei der Online-Veranstaltung ausgezeichnet. Sie erhalten keine finanziellen Direktzuwendungen, sondern Sach- und Beratungsleistungen von 21 lokalen Unternehmen im Wert von insgesamt 120 000 Euro – darunter sind Unternehmensberater, Veranstaltungstechniker, Banken, Verbände und mehr. Auch der Verlag der Eßlinger Zeitung stiftet Hilfe beim Marketing.

Von der Kaffeerösterei bis zur Redenschreiberin

Das Ziel der Stadt ist es, Gründer für die Innenstadt zu gewinnen und so den Standort zu stärken. Der Wettbewerb reihe sich ein in eine übergeordnete Strategie der Stadt unter der Dachmarke „MachES“, erklärte EST-Chef Michael Metzler, zu der auch die Innovationsmeile Küferstraße und das Gründernetzwerk Makers League zählen. Mit Blick von der EST-Geschäftsstelle auf den leeren Esslinger Marktplatz, auf dem zu dieser Zeit eigentlich der Weihnachtsmarkt im vollen Gange hätte sein sollen, erklärte Zieger, er sei fest davon überzeugt, dass es eine Welt nach Corona gebe. Doch die sehe anders aus als zuvor. Der OB erwartet, dass das Bild der Innenstadt und die dort ansässigen Ladengeschäfte „manufakturell, artifizieller und gastronomischer“ werden. „Wir wollen das ein bisschen unterstützen und neuen Ideen, die einer Stadt gut tun, dazu verhelfen, Wirklichkeit zu werden“, so Zieger.

Arthur Pereira kann sich über Unterstützung im Wert von 40 000 Euro freuen. Er will möglichst im März 2021 seine Rösterei eröffnen, in der er frisch zubereitete Kaffee-Getränke, Zubehör sowie Maschinen und Schulungen anbieten will. Ein Geschäft hat der 31-Jährige aber noch nicht gefunden. Auf Platz Zwei hat es die Idee „Wechselnder Wilhelm“ geschafft: Pop-up-Programme mit Kunst, Kultur, innovativen Produkten und Dienstleistungen sollen im Wechsel in mehreren festen Ladenflächen im Land gezeigt werden. Anika Roll und Larissa Banse, die im „Poppinski“ in der Küferstraße regionalem Design und Handwerk eine Plattform geben, haben den dritten Preis gewonnen. Philipp Kartschmer kam mit dem Konzept für eine „Spielwelt Esslingen“ auf Platz vier. Den fünften Preis erhielt Louisa Kilgus mit ihrem Konzept „Deine Freie Rede“, das individuelle Worte für Taufen, Hochzeiten und Trauerfeiern verspricht.