Einer der wenigen Farbkleckse auf dem Stöckach-Areal – die Suche nach einem neuen Standort für die Stuttgart Netze läuft, auch die Interimsbüros müssen weg. Foto: Jürgen Brand

Die EnBW drückt beim Stöckach-Areal weiter aufs Tempo. Der städtebauliche Wettbewerb soll am 28. Juni starten. Auch Bürger aus dem Osten können als Sachverständige beim Preisgericht mitsprechen.

S-Ost - Der Energiekonzern EnBW arbeitet weiter mit hohem Tempo an der Neugestaltung des Stöckach-Areals. Der EnBW-Immobilienmanager Thomas Erk hat jetzt den Bezirksbeirat Stuttgart-Ost über den aktuellen Stand der Bürgerbeteiligung und den Entwurf für die Ausschreibung des internationalen städtebaulichen Wettbewerbs informiert. Die Sieger sollen bis Ende des Jahres feststehen.

Der Wettbewerb

Die Ansprüche an das Projekt sind ambitioniert. In der Präsentation des EnBW-Immobilienmanagers Thomas Erk im Bezirksbeirat war unter anderem zu lesen: „Dieser Wettbewerb stellt die Frage, wie eine Architektur gestaltet werden kann, die sich den gesellschaftlichen Anforderungen der nächsten Jahrzehnte stellen möchte.“ Und: „Ein ideales, zukunftsweisendes, weil wirklich menschenorientiertes Stadtviertel – in den 2020ern gebaut, für 2100 noch inspirierend. Es soll städtebauliche Maßstäbe setzen, gleichzeitig dienender Teil der Stadt sein.“ Und: „Von internationaler Ausstrahlung, anknüpfend an Stuttgarter Vorbilder wie den Fernsehturm, die Weißenhofsiedlung, oder das Münchner Olympiadach von Frei Otto in Stuttgart entwickelt.“

Der Zeitplan

Bei der nächsten (dritten) Bürger-Werkstatt auf dem Stöckach-Areal am 1. Juni werden die Ergebnisse der ersten beiden Werkstätten noch einmal eingeordnet, und es wird bereits über den Ausschreibungstext gesprochen, vor allem darüber, ob die Ideen der Bürger darin entsprechend berücksichtigt sind. Am 4. Juni soll der Ausschuss für Umwelt und Technik den Realisierungswettbewerb beschließen. Für den 26. Juni ist eine weitere Bürger-Werkstatt geplant. Nur zwei Tage später, am 28. Juni, werden die Auslobungsunterlagen veröffentlicht. Am 15. Juli sollen die möglichen Teilnehmer an dem Wettbewerb bei einem Kolloquium weitere Informationen bekommen. Die erste Sitzung des Preisgerichts ist für 16. September angesetzt. Dann werden die besten Arbeiten ausgesucht, die in die zweite Phase des Wettbewerbs dürfen. Nach einem zweiten Teilnehmerkolloquium am 26. September werden die Entwürfe überarbeitet. Am 6. Dezember soll das Preisgericht über den Sieger entscheiden.

Die Jury

Das Preisgericht des Wettbewerbs setzt sich aus Fach- und aus Sachpreisrichtern zusammen, dazu kommen Experten und Sachverständige. Insgesamt kommen 31 Beteiligte zusammen. Es gibt elf Fachpreisrichter. Vertreter der Stadt sind der Bürgermeister für Städtebau, Wohnen und Umwelt, Peter Pätzold, sowie der Leiter des Amts für Stadtplanung und Wohnen, Detlef Kron. Zu den neun unabhängigen Architekten, Stadtplanern und Landschaftsarchitekten gehören unter anderem die Architektin Gesche Grabenhorst aus Hannover und der Architekt und Stadtplaner Matthias Sauerbruch aus Berlin. Zu den zehn Sachpreisrichtern gehören vier hochrangige Vertreter der EnBW, fünf Vertreter der Landeshauptstadt (der Bürgermeister für Wirtschaft, Finanzen und Beteiligungen, Thomas Fuhrmann, sowie voraussichtlich vier Vorsitzende der Gemeinderatsfraktionen) und ein unabhängiger Experte. Zu den insgesamt zehn Experten und Sachverständigen gehören neben weiteren Vertretern der Stadt und der EnBW auch die Bezirksvorsteherin von Stuttgart-Ost, Tatjana Strohmaier, sowie vier weitere Vertreter aus der Bürgerschaft, die im Rahmen der von der EnBW veranstalteten Bürger-Werkstätten ermittelt werden sollen. Für alle Fach- und Sachpreisrichter gibt es auch noch Stellvertreter.

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