Rund 7000 Techno-Fans kamen zum „Wet Open Air“-Festival . Foto: factum/Weise

Techno-Fans kamen am Samstag in Gärtringen auf ihre Kosten. Beim „Wet Open Air“-Festival im Freibad heizten ihnen Stars wie Fritz Kalkbrenner und Chris Liebing ein. Organisatoren und die Polizei sprechen von einem friedlichen Musik-Fest.

Gärtringen - Tausende Techno-Fans sind am Wochenende ins Gärtringer Freibad (Kreis Böblingen) gepilgert, denn dort fand das „Wet Open Air“-Festival statt. Dabei gaben sich Star-DJs wie Fritz Kalkbrenner oder Chris Liebing die Klinke in die Hand. Am Freitagabend hatte Robin Schulz das Publikum bei einem Solokonzert zum Tanzen gebracht.

Rund 7000 Besucher verzeichneten die Organisatoren um Aga Heller von der Agentur 99 Ghosts am Samstag, freitags seien etwa 2500 Menschen gekommen. Heller zeigte sich sehr zufrieden mit der dritten Auflage des Freibad-Festivals. „Das war eine gute, sehr runde Sache.“ Die Stimmung sei friedlich und entspannt gewesen. Das kann auch ein Polizeisprecher bestätigen, dem keine Meldungen über größere Zwischenfälle vorliegen.

Robin Schulz und Fritz Kalkbrenner legten auf

Robin Schulz, der am Freitag quasi den Auftakt des Festivals übernahm, blieb seinem Publikum in seiner knapp zweistündigen Show nichts schuldig. So spielte der 30-Jährige aus Osnabrück die Beats von „Waves“, „Save Tonight“ oder „Sugar“. Sogar Frank Sinatra räumte er in seinem Set einen Platz ein – mit „My kind of Girl“, was vermutlich Lillys Herz höher schlagen ließ, die ein Schild mit der Liebeserklärung „Lilly liebt Robin“ in die Höhe hielt. Mit den Worten „Dankeschön Stuttgart“ verabschiedete sich der DJ schließlich.

Auch als am Samstagnachmittag Fritz Kalkbrenner seine Show mit den Worten „Hallo, mein Name ist Fritz“ begann, gab es für viele Fans kein Halten mehr. Zu seinen Beats tanzten sich einige in der prallen Sonne regelrecht in Trance. Natürlich ließ Kalkbrenner, der 1981 in Ostberlin zur Welt kam, auch seine Hits nicht vermissen, so spielte er etwa „Little by little“ von seinem 2012 veröffentlichten, zweiten Album „Sick Travellin’“.

Hier entlang: Umfrage unter den Festivalbesuchern

Wem es beim Tanzen zu heiß wurde, dem blieb der Sprung ins kühle Nass des Schwimmbeckens. Dort wachten insgesamt 22 Helfer der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) über das Techno-Volk. Der tiefe Teil des Beckens war allerdings gesperrt worden, „so können alle stehen“, sagte Michael Vogt von der DLRG Böblingen. Immerhin wisse man nicht, wer schwimmen könne und wer nicht. Allerdings seien alle sehr friedlich, konstatierte auch Vogt. „Wenn man den Besuchern einen Hinweis gibt, sind sie kurz mal ärgerlich, aber das legt sich dann sehr schnell.“

Aufwendige Organisation

Bei der Auswahl der Künstler für das Gärtringer Festival achtet Aga Heller auf die richtige Mischung. „Nachmittags soll die Musik eher musikalisch sein. Deshalb spielt da Fritz Kalkbrenner, der ja auch singt.“ Abends werde dagegen auf fokussierte, härtere Techno-Rhythmen gesetzt.

Die Organisation eines Festivals sei sehr aufwendig, sagt Heller. Deshalb beginne sein Team acht Monate vorher mit der Planung. Was die Vorbereitungen in Gärtringen erleichtere, sei die gute Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen vor Ort. Er könne sich daher gut vorstellen, das Festival im kommenden Jahr wieder zu veranstalten. Noch müssten zwar die Gespräche mit der Stadt stattfinden. „Bisher sieht aber alles nach einer Wiederholung aus.“

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