Das alternative Straßenfest Westallee im Stuttgarter Westen findet in diesem Jahr nicht wie geplant statt. Die Hintergründe.
Seit Kurzem ist klar, dass die befürchteten, verschärften Auflagen für Stadtteilfeste in Stuttgart seitens der Stadt in der Form nicht kommen werden. Dennoch wird ein Fest im Stuttgarter Westen in diesem Jahr nicht wie geplant stattfinden können: Die Westallee fällt flach. Das gaben die Veranstalter am Freitagnachmittag bekannt.
„Schweren Herzens müssen wir euch mitteilen, dass die Westallee in diesem Jahr leider nicht stattfinden wird“, schreiben die Veranstalter Michael Benz, Christopher Warstat und Felix Klenk auf der Social Media-Plattform Instagram. „Durch die insgesamt späte finale Planungssicherheit und den damit verbundenen verkürzten Vorbereitungszeitraum ist eine Umsetzung auf dem gewohnten Niveau für uns dieses Jahr nicht realistisch.“
Lange seien sie davon ausgegangen, dass die Stadt Stuttgart neue, verschärfte Auflagen für Stadtteilfeste auf den Weg bringen würde, hätten deshalb abgewartet und seien noch nicht in die Vorplanung gegangen – das räche sich nun, erklärt Michael Benz auf Anfrage unserer Redaktion. Denn die befürchteten neuen Auflagen wird es nun doch nicht geben – und die Veranstalter haben Zeit verloren, die sie kaum mehr aufholen können.
„Wir haben jetzt schon Ende März und hätten für die komplette Organisation nur noch 12 Wochen Zeit. Das ist sehr knapp“, so Benz. „Weil wir hauptberuflich alle auch noch anderweitig eingespannt sind, ist das für uns einfach ein Zeit- und Geldfaktor. Außerdem ist alles teurer geworden.“ Auch sei es schwierig, in der kurzen Zeit noch ausreichend Sponsoren für das Event zu finden.
Entscheidend sei auch die geringere finanzielle Förderung von Stadtteilfesten seitens der Stadt aufgrund des Sparhaushalts. Die Feste seien finanziell ohnehin immer schon eng kalkuliert.
Veranstalter bedanken sich bei Westallee-Besucherinnen und Besuchern
„Unter diesen Umständen ist es uns aktuell nicht möglich, die Westallee in der Qualität umzusetzen, die wir uns und euch wünschen“, so die Veranstalter in ihrem Instagram-Post.
Auf Social Media bedanken sie sich bei den treuen Besucherinnen und Besuchern der Westallee. „Diese Entscheidung fällt uns alles andere als leicht. Die Westallee lebt von euch, der Nachbarschaft und der gemeinsamen Idee eines offenen, alternativen Straßenfests im Stuttgarter Westen“, heißt es dort. Vielen Dank für euer Verständnis und eure Unterstützung.“
Im Jahr 2016 hatten die drei Stuttgarter die Westallee erstmals veranstaltet. Im Lauf der Jahre hatte sich die Veranstaltung von einer kleinen Nachbarschaftsfeier zu einem Besuchermagnet entwickelt.
„Wir wollen die Veranstaltung auf keinen Fall begraben“, versichert Michael Benz. „Denn wir hängen daran.“ Die Veranstalter sind optimistisch, dass das Fest im kommenden Jahr wieder stattfinden kann. „Wir setzen alles daran, im nächsten Jahr wieder gemeinsam mit euch die Westallee feiern zu können“, heißt es auf Instagram.
Stuttgarter bedauern Absage
Stuttgarterinnen und Stuttgarter bedauern dort die Absage des beliebten Sommerfestes. „Extrem schade“, schreibt eine Userin. „Wir werden die Westallee sehr vermissen.“