Die Digitalsprechstunde wird gut angenommen. Foto: Vera

Senioren - und mehr noch Seniorinnen - sind in Wernau ziemlich aktiv. Cornelia Frey ist eine der Antreiberinnen. Was macht diese Frau?

Viele Gemeinden bieten ein Sommerferienprogramm für Kinder an. Für Senioren findet man so etwas seltener, aber in Wernau ist es beliebt und manchmal auch ein Testlauf für Angebote, die später fest eingeführt werden.

 

Ausgerichtet wird das Sommer-Aktiv-Programm von Vera, der Koordinationsstelle für Engagement und Aktivitäten, insbesondere für Ältere. Cornelia Frey, die Vera und den zugehörigen Treff in der Stadtmitte leitet, hat die Idee von ihrer Vorgängerin Sabrina Göb übernommen und weiter ausgebaut. „Das kommt wirklich richtig gut an“, sagt sie.

Männer sind in der Minderheit bei den Senioren-Aktivitäten

Vorträge, Konzerte, Wanderungen, Sport und Spiel stehen auf dem Programm und Aktionen, die besonders gut ankommen, haben die Chance, dauerhaft etabliert zu werden. Das war beim offenen Singen im vergangenen Jahr so, das zum Adventssingen führte und jetzt in Kooperation mit dem Liederkranz regelmäßig einmal im Monat stattfinden soll. Oder mit dem Spieltreff: einige Frauen, die am gemeinsamen Spielen Spaß fanden, treffen sich jetzt alle zwei Wochen bei Vera. Dieses Jahr will Cornelia Frey ganz gezielt mindestens ein Angebot testen, das speziell auf Männer gemünzt ist – die sind nämlich bisher eine Minderheit unter den Vera-Engagierten.

Ausgesprochen „umtriebig“ sei die Vera-Leiterin, lobte Bürgermeisterin Christiane Krieger, als Frey jüngst im Gemeinderat von Vera berichtete. „Sie macht das wirklich fantastisch.“ Mit den neuen Räumen direkt am Quadrium ist Vera zudem sichtbar und leichter zugänglich geworden. Hier sei die Hemmschwelle, einfach mal reinzuschauen, deutlich niedriger, sagte Frey und dankte dem Gemeinderat, der die gemieteten Räume finanziert.

Sie selbst hat einen befristeten Vertrag für drei Jahre bei der Keppler-Stiftung und den Anspruch, dass es auch weitergeht, „wenn es mich mal nicht mehr gibt“. Schon in ihrer vorigen Berufstätigkeit als Leiterin einer Werbeagentur ist es der Kirchheimerin gelungen, Verantwortung abzugeben und „sanft“ auszusteigen. So soll es auch in Wernau sein. Aktuell liefen die Angebote gut und man habe ausreichend engagierte Ehrenamtliche, sodass sie mit ihrer halben Stelle zurechtkomme, so Frey. Wichtig sei ihr die Zusammenarbeit mit Vereinen und Institutionen in Wernau, „ohne in Konkurrenz zu treten“.

Zu den Angeboten gehört auch ein Literatur-Kreis

Zu den Angeboten unterm Vera-Dach gehören der Literaturkreis, der Kreativtreff, die Digitalsprechstunde oder das Begegnungscafé, bei dem Geflüchtete Unterstützung in Alltagsdingen erhalten. S’Busle, das Senioren zum Einkaufen fährt, wird ebenfalls von Vera koordiniert und soll eventuell ausgebaut werden. Fürs aktuelle Jahr plant Frey Beratungsangebote rund ums Thema Pflegebedürftigkeit – dafür kooperiert sie mit verschiedenen Einrichtungen. Zusammen mit den Wernauer Sportfreunden soll eine Tischtennis-Gruppe für Senioren auf die Beine gestellt werden. Weitere Ideen sind, Digitallotsen zu schulen oder einen Pedelec-Kurs anzubieten.