Mit der richtigen Pflege der Geräte kann das Gärtnern beginnen. Foto: dpa

Rasenmäher, Säge, Schubkarren und Gartenschere haben überwintert. Rost und stumpfe Klingen können die Vorfreude auf die beginnende Gartensaison dämpfen. Mit den Tipps eines Fachberaters gelingt der Start.

Stuttgart - Sind die Scheren stumpf oder ist der Spatenstil locker? Damit das Gärtnern beginnen kann, haben wir mit einem Gartenexperten gesprochen, der Tipps für die richtige Werkzeugpflege gibt.

 

Was gilt es nach der Winterpause zu beachten?

Alle Werkzeuge mit einem Holzstiel, die über den Winter in einem warmen Raum gelagert worden sind, sollten im Frühjahr darauf überprüft werden, ob Stiel oder Griff noch fest sitzen. Harald Schäfer, der Fachberater des baden-württembergischen Landesverbandes der Gartenfreunde, sagt dazu: „In warmen Räumen schrumpft das Holz. Griffe können manchmal mit einer kleinen Schraube gesichert werden.“ Am besten sei es aber, das Werkzeug frühzeitig wieder der Luftfeuchtigkeit auszusetzen, so dass das Holz etwas quillt. Dann sitze der Griff meist auch wieder fest, sagt Gartenexperte Schäfer.

Können Holzstiele ersetzt werden?

Ja. Wenn ein Holzstiel morsch oder bereits gebrochen ist, kann er in der Regel komplett ersetzt werden. Dann spätestens sollte man darauf achten, dass er auch lang genug für den Nutzer ist. Schäfer sagt: „Die Menschen sind heute alle größer als früher, die Werkzeuge werden aber fast alle noch standardmäßig für kleinere Körpergrößen hergestellt.“ Das führe zu Rückenschmerzen. Bei einem Spaten sei es wichtig, eine ordentliche Trittkante zu haben. Bei Werkzeugen mit Holzstiel sollte die Tülle – also der rohrförmige Teil des Werkzeugs, in dem der Stiel befestigt wird – möglichst hoch um den Stiel reichen, um eine bessere Hebelwirkung und einen festeren Halt zu erzielen.

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Worauf muss man bei Scheren achten?

Leichter Flugrost, der sich über den Winter angesetzt hat, lässt sich mit einem Schwamm oder mit etwas Stahlwolle entfernen. Anschließend kann man den Stahl mit einem Öl pflegen. Wenn die Schere stumpf ist, ist es wichtig, sie immer nur von der Außenseite her zu schärfen. Ansonsten werde sie unbrauchbar, sagt Schäfer. Man sollte auch nie zu viel Material wegnehmen. Wer es sich selbst nicht zutraut, lässt die Scheren von einem Schlosser oder Schmied schleifen. Wer sich selbst traut, nimmt zum Schleifen am besten einen Wasserstein. Anleitungen hierfür finden sich reichlich im Internet.

Wie überprüft man den Rasenmäher?

Nach dem Winter sollte man seinen Rasenmäher zunächst auf äußere Risse hin untersuchen und gegebenenfalls das Messer schärfen. Bei einem Motor-Rasenmäher füllt man möglichst erst im Frühjahr frisches Öl in den Tank, überprüft die Zündkerzen und wechselt den Luftfilter. Für alle Zweitakter rät Gartenfachberater Schäfer: „Entweder fügt man dem Benzin ein Additiv hinzu oder verwendet Fertigmischungen, die vom Hersteller empfohlen werden.“ So verhindert man blaue Dunstwolken und verlängert die Lebensdauer der Geräte.

Was gilt es bei Geräten mit Akkus zu beachten?

Wer Gartengeräte mit Akku betreibt, sollte mittlerweile im Frühjahr keine Probleme mehr damit bekommen. Laut Harald Schäfer überleben die heutigen Lithium-Ionen-Akkus auch einen Winter lang, ohne dass man diese regelmäßig auflädt. Früher seien Akkus über den Winter regelmäßig kaputtgegangen. Wer sich ein neues Gerät mit Akkubetrieb zulegt, kann darauf achten, welche Hersteller Wechselakkus anbieten. Damit können mit einem Akku mehrere Geräte betrieben werden. Außerdem ließe sich der Akku problemlos austauschen. Auch im Sinne der Umweltschonung seien auswechselbare Akkus zu bevorzugen, sagt der frühere Biologe.

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Wie pflegt man einen Schubkarren richtig?

Ein Schubkarren sollte immer hochgestellt gelagert werden, um die Reifen zu schonen. Außerdem vertragen die Gummireifen kein UV-Licht, dieses mache das Material porös. Über längere Zeit sollte man also Schubkarren nicht in der prallen Sonne stehen lassen. Von Zeit zu Zeit können die Radlager etwas Schmiere vertragen und die Reifen regelmäßig Luft. Gut aufgepumpt lässt sich der Karren deutlich leichter schieben und kann voller beladen werden.

Was gibt es zu tun, wenn man ein Gewächshaus hat?

Ein Frühjahrsputz der Scheiben gehört dann unbedingt dazu. Harald Schäfer sagt: „Schon sehr wenig Schmutz kann das Licht wesentlich verringern.“ Dies führe bei den Pflanzen zu erkennbaren Folgen. Auch die Temperatur sinke mit jeder Verschmutzung der Scheiben.

Wie halten Geräte prinzipiell länger?

Indem man sie nach jedem Gebrauch unter einem Wasserhahn säubert und immer wieder mit Öl pflegt. Harald Schäfer empfiehlt als Pflege „Ballistol oder ein ähnliches Öl“. Die Holzreste, erklärt der Gartenfachberater, können Säuren entwickeln, wodurch kleine Korrosionen entstehen können. Bei Sägen lassen sich stumpfe Sägeblätter meistens problemlos austauschen. Ketten von Motorsägen überleben den Winter am besten, wenn sie ausgebaut und in einen Behälter mit Öl gelegt werden. Manche Baumärkte bieten an, Sägeblätter zu schärfen.

Welches Werkzeug empfiehlt der Experte?

Generell lautet der Leitsatz von Schäfer: „Die Freude an der Arbeit wächst mit der Qualität des Werkzeugs.“ Grundsätzlich sollte man keine Amboss-Scheren verwenden: Diese haben nur auf einer Seite eine Klinge und quetschen die Pflanzen zu sehr. Schäfer empfiehlt daher, ausschließlich sogenannte Bypass-Scheren zu verwenden – diese haben auf beiden Seiten Klingen. Für eine wirklich gute Gartenschere müsse man aber schon 50 Euro ausgeben. Und bei Sägen seien insbesondere die japanischen Sägen sehr gut.