Die Azubis Ida Gloggengießer und Linus Brendle macht die Arbeit Spaß – auch weil die Kunden nach ihrer bisherigen Erfahrung den Werksverkauf gut annehmen. Foto: Ines Rudel

Die Firma Hengstenberg hat jetzt einen Werksverkauf. Er ist auch eine Übungswiese für Auszubildende.

Esslingen - Klein, aber fein – diese Redensart trifft auch auf den neuen Werksverkauf der Firma Hengstenberg in Esslingen zu. Auf einer bescheidenen Fläche von 30 Quadratmetern findet der Kunde ein breit gefächertes Sortiment mit 110 verschiedenen Produkten. Klassiker wie das Sauerkraut Mildessa oder die Knax-Gurken sind ebenso dabei wie die Produktneuheit BBQ Kraut oder die Saucen und Toppings der Reihe „Hengstenberg 1876“.

Aktionstüten enthalten saisonal angepasste Waren

In dem Sortiment gibt es einen großen Anteil an Zweiter-Wahl-Ware. „Diese Produkte sind von einwandfreier Qualität“, erläutert die Unternehmenssprecherin Andrea Thiemt. Sie weisen jedoch optische Mängel auf, etwa indem eine Konservendose eine kleine Delle hat, oder sind nah an die Grenze des aufgedruckten Mindesthaltbarkeitsdatums gelangt. Der Verkauf ist nicht in der Innenstadt, Laufkundschaft gibt es daher wenig. Wer den Weg zum Hengstenberg-Areal findet, kann aber das eine oder andere Schnäppchen machen. Es gibt teils Ersparnisse von 50 Prozent. Ein Beispiel ist die seit den 1960er-Jahren zu Hengstenberg gehörende Marke „Oro di Parma“. Die unverbindliche Preisempfehlung für eine Dose „Tomaten stückig“ beträgt 1,29 Euro. Im Esslinger Shop kostet das direkt in Italien hergestellte Zweite-Wahl-Produkt nur 70 Cent.

Geplant hat Hengstenberg zudem „Aktionstüten“ mit saisonal wechselndem Inhalt. So gibt es Weihnachtstüten, Italien-Tüten, Grill-Tüten, Fitness-Tüten oder die Schlemmer-Tüte – letztere mit Kraut und Kohl. Die Aktionstüten seien getestet und bei diversen Bürgerfesten und den Wilhelma-Tagen erfolgreich unters Volk gebracht worden, berichtet Andrea Thiemt.

Azubis lernen, die Theorie in der Praxis anzuwenden

Der Werksverkauf ist in einem ehemaligen Baubüro für die Neue Weststadt untergebracht, zu der das Hengstenbergareal zählt. Als sich abzeichnete, dass das Baubüro frei wird, kam die Idee des Werksverkaufs auf. Das Projekt ging dann an die Auszubildenden und die BA-Studenten der Firma Hengstenberg über. Sie unterstützen beim Verkauf, der Gestaltung des Ladens, der Werbung und bei der Auswahl des Sortiments. „Der Werksverkauf ist wie ein ‚Unternehmen im Unternehmen‘, in dem unsere Azubis und Studierenden die theoretischen und schulischen Inhalte praxisnah anwenden können“, sagt die Ausbildungsleiterin Anne Bayh.

Keine Konkurrenz zum regulären Handel

Das Übungsfeld für Projektmanagement und Teamarbeit kommt beim Firmennachwuchs gut an. „Man sieht die Erfolge, und die Leute nehmen das Angebot gut an. Das macht Freude“, sagt Linus Brendle, der bei dem Esslinger Traditionsunternehmen Industriekaufmann lernt und im dritten Jahr ist. Eines stellt die Firmensprecherin Andrea Thiemt noch klar: „Wir wollen keine Konkurrenz zu unseren Handelspartnern sein.“ So ganz neu ist der Werksverkauf übrigens gar nicht. Eingerichtet worden ist er bereits vor rund einem Jahr, doch handelte es sich dabei laut Andrea Thiemt zunächst einmal um eine Testphase. Nachdem sich das Projekt als vielversprechend herausgestellt habe, sei der Werksverkauf im Januar auch offiziell gestartet.

Der Werksverkauf in der Mettinger Straße 115 hat geöffnet montags und freitags jeweils von 10 bis 13 Uhr und 15 bis 18 Uhr sowie mittwochs von 10 bis 13 Uhr. Derzeit ist nur Barzahlung möglich, Parkmöglichkeiten gibt es in der Tiefgarage.

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