Markus Weinzierl stehen vor einer schweren Auswärtsaufgabe in Bremen. Foto: dpa

Für Markus Weinzierl geht es auch im Spiel bei Werder Bremen um seinen Job als Trainer des abstiegsgefährdeten VfB Stuttgart. Er hofft, dass sich der leichte Aufwärtstrend vom 1:3 gegen Leipzig im Weser-Stadion fortsetzt. Falls nicht, könnte es eng für ihn werden.

Stuttgart - Markus Weinzierl ist auch unter größtem Druck der Humor nicht abhanden gekommen. Auf die Frage, ob die Partie des abstiegsgefährdeten Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart bei Werder Bremen für ihn ein weiteres Endspiel um seinen Job sei, sagte er am Mittwoch: „Was habe ich Ihnen denn letzte Woche auf so eine Frage geantwortet? Wissen Sie das noch?“ Dann lächelte er vergnügt und fügte an: „Was sagt man in so einem Fall als Trainer?“

Statt zu verkrampfen, spielte der Coach mit der Situation und antwortete dann doch selbst auf seine Frage. Und sagte, was man in so einer Situation eben sagt: Dass es nicht um ihn gehe, sondern um den Verein. Und dass er seine Mannschaft vorbereiten und ihr einen Plan mitgeben werde. Dann werde man sehen.

So ähnlich hatte sich Weinzierl eben schon vor dem 1:3 gegen den Champions-League-Aspiraten RB Leipzig ausgedrückt. Auch vergangene Woche war es darum gegangen, ob er nach der Partie seinen Job verliert - so wie zuvor der Sportvorstand Michael Reschke. Die Mannschaft kassierte dann zwar die elfte Niederlage im 15. Bundesligaspiel unter Weinzierl, im Unterschied zu den ernüchternden Auftritten zuvor zeigte sie aber zumindest mehr Einsatz und Engagement. Weshalb Weinzierl vorerst weitermachen darf. Doch auch jetzt vor der Partie in Bremen am Freitag (20.30 Uhr/Eurosport Player) lautet die Frage wieder: Darf er bleiben oder muss er gehen?

Timo Baumgartl fehlt weiterhin

Eine deutliche Niederlage im Weser-Stadion könnte für den 44-Jährigen das Aus bedeuten - auf eine langfristige Jobgarantie wollte sich Reschkes Nachfolger Thomas Hitzlsperger bisher nicht einlassen. Doch Weinzierl setzt darauf, dass sich der leichte Aufwärtstrend fortsetzt. „Wenn wir so auftreten wie in Leipzig, dann hoffe ich, dass wir etwas mitnehmen“, sagte er.

Immerhin stehen dem Trainer bis auf den rotgesperrten Stürmer Nicolas Gonzalez und den Innenverteidiger Timo Baumgartl, der weiter unter den Folgen einer Gehirnerschütterung leidet, alle Spieler zur Verfügung. Auch Mittelfeldspieler Dennis Aogo ist nach Wadenproblemen wieder fit. In Bremen gewonnen hat der VfB allerdings seit mehr als zwölf Jahren nicht mehr - zuletzt im September 2006 (3:2).

„Das wird ein richtig schweres Brett“

Von den Werder-Auftritten in dieser Saison ist Weinzierl sehr angetan. „Das wird ein richtig schweres Brett für uns“, betonte er und hob neben der individuellen Qualität des Europa-League-Kandidaten besonders hervor, dass Trainer Florian Kohfeldt und Manager Frank Baumann „mit einer Sprache sprechen. Ich glaube, das ist ein gutes Beispiel dafür, wie ein Verein erfolgreich sein kann.“

Nach all dem Durcheinander beim VfB in den vergangenen Jahren, den ständigen Personalwechseln und den glücklosen Millionen-Transfers unter Reschke klangen Weinzierls Worte fast so, als würde er seinem Arbeitgeber das Bremer Modell als Zukunftsrezept empfehlen.

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