Kinder sind teuer. Das beginnt bereits bei der Erstausstattung. Darauf spezialisierte Firmen stellen ihre Neuheiten jährlich auf der Babini-Messe vor. Wir sind bei einem Besuch mit werdenden Eltern ins Gespräch gekommen.
In etwa vier Wochen werden Alice Mayer und Tobias Rosengrün aus Böblingen Mutter und Vater. Ein Babyzimmer haben sie für ihren Nachwuchs noch nicht eingerichtet. „Das braucht es am Anfang nicht“, findet Tobias Rosengrün. Gut vorbereitet ist das junge Paar allemal. Bettchen und Wickelkommode stehen bereit, ebenso der Kinderwagen und die Babyschale fürs Auto. Die ersten Strampler und Bodys sind ausgesucht. Im Drogeriemarkt haben sich die beiden mit Windeln und ein paar Baby-Pflegeprodukten eingedeckt.
Was sie die Erstausstattung für ihr Kind kosten wird, das haben Alice Mayer und Tobias Rosengrün nicht zusammengerechnet. Aber allein der Kinderwagen schlage mit 800 Euro zu Buche. Auf der Babini-Messe in Stuttgart haben sich die beiden „ein bisschen inspirieren lassen“, was man als werdende Eltern noch so brauchen könnte.
Bei einem jungen Paar aus Reutlingen gehen die Vorstellungen darüber, was sie bis zur Geburt für die Erstausstattung ihres Kindes ausgeben werden, weit auseinander. 3000 bis 4000 Euro schätzt er. Inklusive Babyzimmer – und ein solches soll es geben – in etwa das Doppelte, schätzt sie und ergänzt lachend. „Ich habe bereits im Internet dazu recherchiert und weiß, was die Dinge so kosten.“ Die beiden wollen anonym bleiben, denn noch wissen viele in ihrem Umfeld nicht, dass sie im Oktober Eltern werden.
Kriterien für einen guten Kinderwagen
Auf der Babymesse haben sie vor allem nach einem Kinderwagen Ausschau gehalten. Dieser soll ihrem Nachwuchs viel Komfort bieten, also gut gefedert und gepolstert sein. Und schön darf er auch aussehen, „schließlich werde ich eine Weile damit unterwegs sein“, sagt die junge Frau. Ihr ist zudem wichtig, dass sie mit dem Wagen auch allein gut klarkommt, ihn zusammenklappen und ins Auto packen kann. 800 bis 1300 Euro kosten die Modelle, die sich die beiden auf der Babini genauer angeschaut haben. „Vielleicht bestellen wir auch gleich einen hier auf der Messe“, sagt sie. Denn Kinderwagen hätten teils lange Lieferzeiten, darum wolle sie sich lieber rechtzeitig darum kümmern.
Bei Marc und Selina Schmid ist es Ende Juni soweit. Die Erstausstattung für ihren Nachwuchs ist schon nahezu komplett und das Babyzimmer fast fertig eingerichtet. Kostenpunkt: etwa 3500 Euro, schätzt das Paar aus Neuenbürg bei Pforzheim. „Da sind wir noch relativ günstig dabei“, findet sie. Dankbar sei sie für die vielen Babykleider, die sie von Bekannten und Verwandten gebraucht geschenkt bekomme. Teuer sei vor allem der Kinderwagen gewesen. Inklusive einer Babyschale fürs Auto habe dieser mehr als 1000 Euro gekostet, sagt Marc Schmid.
Mit etwa 4000 Euro für die Erstausstattung seines Kindes rechnet ein Paar (37 und 40 Jahre) aus Kirchheim. – Und das, obwohl auch sie einiges von Freunden geschenkt bekommen. Dafür haben sie aber zum Beispiel einen „kinderfreundlichen Kleiderschrank“ gekauft. Bei diesem sind Kleiderstange und Türgriffe in geringer Höhe, sodass sie auch für kleine Menschen erreichbar sind.
Ein anderes Paar aus der Region Stuttgart glaubt, noch ein bisschen günstiger wegzukommen. Mit etwa 2500 Euro kalkulieren die 27- und der 28-Jährige, die in etwa einem Monat Mutter und Vater werden. Das Babyzimmer ist fast fertig, und viele der Möbelstücke hat der Vater als Schreiner selbst angefertigt. Auf der Babini haben sie noch einen Windeleimer geschenkt bekommen, der verhindern soll, dass die ganze Wohnung nach dem riecht, was drin ist. Die speziellen Müllbeutel-Kassetten, die es für diesen Eimer braucht, werden sie aber kaufen müssen.