In der Abt Fulrad Straße stehen die neuen Schutzpoller bereits parat für ihren Einsatz. Foto: Roberto Bulgrin

Die Stadt Esslingen hat neue mobile Schutzeinrichtungen angeschafft. Was ist noch für die Sicherhheit auf dem Esslinger Mittelalter- und Weihnachtsmarkt geplant?

Die Stadt Esslingen hat ähnlich wie andere Kommunen unter dem Eindruck des Terroranschlags auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg am 20. Dezember 2024 ein neues Sicherheitskonzept für hiesige Veranstaltungen entwickelt. In zusätzliche Schutzeinrichtungen wurde eine halbe Million Euro investiert. Dazu zählen auch sogenannte Oktablock-Poller und Road Blocker, die als Durchfahrtssperre an sensiblen Bereichen und Zufahren aufgebaut werden.

 

Schon Tage vor dem Beginn des Mittelalter-und Weihnachtsmarkts sind diese mobilen Sicherheitseinrichtungen in der Esslinger Innenstadt zu sehen. Außerdem gilt ein strenges Zufahrtsschutzkonzept für den Mittelalter-und Weihnachtsmarkt.

Seit Januar habe man sich im kommunalen Arbeitskreis Sicherheit mit dem Sicherheitskonzept beschäftigt, das zusammen mit externen Profis erstellt worden sei, erklärte die Esslinger Ordnungsamtsleiterin Brigitte Länge bei der Vorstellung der Vorkehrungen rund um den diesjährigen Mittelalter- und Weihnachtsmarkt.

Esslingen erwartet eine Million Gäste aus dem In- und Ausland

Die Stadt Esslingen sowie die Esslinger Markt- und Event GmbH (EME) als Veranstalter des Mittelalter- und Weihnachtsmarktes haben sich nach eigenen Angaben in der Folge der Ereignisse auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt intensiv mit dem Thema Zufahrtsschutz auseinandergesetzt.

Dieser Markt sei mit rund einer Million erwarteter Besucherinnen und Besucher die größte Veranstaltung, die abgesichert werden müsse. Bereits seit dem Frühjahr seien die mobilen Oktablock-Poller und Road Blocker, die die Stadt angeschafft hat, bei Veranstaltungen wie dem Esslinger Frühling oder dem Schwörfest eingesetzt worden.

Bei den Esslinger Gartentagen im Frühjahr kamen die neuen Absperrungen bereits zum Einsatz. Foto: Archiv/Roberto Bulgrin

Die neuartigen und zertifizierten Poller stehen auf einer achteckigen Grundplatte, über der sich ein massiver Zackenkranz befindet. „Wenn diese Poller umfallen, öffnet sich der Kranz, der sich dann im Fahrzeug verhakt“, erläuterte der Architekt Jörg Schall, der die Kommune berät, das Prinzip. Und bei der Platzierung der Poller müsse entsprechend der Bremsweg eines Fahrzeugs einberechnet werden.

Esslingen plant auch den Bau von stationären Schutzsperren

„Der Verwaltungsausschuss des Esslinger Gemeinderats hat im März Gelder bewilligt, um mobile Zufahrtsschutzelemente zu beschaffen, da hierfür keine Finanzmittel im Haushalt vorgesehen waren“, erklärte ein Sprecher der Stadt das Vorgehen. Damit seien zertifizierte, mobile Zufahrtsschutzelemente - unter anderem auch 40 Poller (Oktablocks) - beschafft worden und ab 2028 sei geplant, schrittweise stationäre Zufahrtsschutzsperren zu bauen.

Andere Sperren wie beispielsweise Betonklötze, die in manchen Kommunen zum Einsatz kommen, eignen sich nach Worten von Brigitte Länge für die Terrorabwehr nicht, da bei einer Kollision mit gefährlichem Trümmerflug zu rechnen sei.

Je nach Aufbau der mobilen Zufahrtsschutzelemente sei laut Kommune eine Besetzung der Zufahrtssperren mit Personal notwendig, um im Notfall die schnelle Einfahrt von Rettungskräften sicherzustellen. So ein Zufahrtsschutz soll Überfahrtsvorfälle bei Veranstaltungen verhindern. „Jedoch gibt es keine 100-prozentige Sicherheit vor jeglicher Gefahr. Daher findet eine sehr enge Abstimmung zwischen Veranstaltern und den Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben wie der Polizei, der Feuerwehr, dem Ordnungsamt oder dem Rettungsdienst statt, um auf eine geänderte Sicherheitslage schnellstmöglich zu reagieren“, heißt es in einer Stellungnahme. Dies sei eine Daueraufgabe.

Abgeschleppt wird, wer Rettungs- und Fluchtwege zuparkt

Das Sicherheitskonzept umfasse neben der Terrorabwehr auch die Themen Verkehrssicherheit, Brandschutz und Verhinderung von Vandalismus und Diebstahl. Nach Worten von Brigitte Länge werde in der Innenstadt ein Sicherheitsdienst in Kooperation mit dem Kommunalen Ordnungsdienst verstärkt mit Fußstreifen unterwegs sein. Außerdem habe die Polizei verstärkte Streifentätigkeit angekündigt.

Die Zufahrt zum Veranstaltungsgelände sei streng geregelt, um Gäste, Anwohner und Marktpartner zu schützen. Während des Marktes sind Einfahrten in das Veranstaltungsgelände nicht möglich.

Das Ordnungsamt hat auch für dieses Jahr wieder verstärkte Kontrollen durch den städtischen Vollzugsdienst angekündigt. Im Fokus stehe das Freihalten von Rettungsgassen, Fluchtwegen, Brandschutzzonen und Behinderten- und Anwohnerparkplätzen. „Verstöße werden konsequent geahndet und Fahrzeuge auch abgeschleppt“, teilte die Stadtverwaltung mit.