Sogenannte Kundenstopper sind manchen ein Dorn im Auge. Foto: Gottfried Stoppel/Archiv

Beim Thema Werbung in der Stadt scheiden sich landauf landab die Geister – etwa in Winnenden. Hier ist man dabei ein Konzept für die Innenstadt zu schaffen.

Winnenden - Das Für und Wider von Werbung ist ein Dauerbrenner, der allerorten die Bevölkerung in mindestens zwei Lager teilt. Während den einen Aufsteller und Schilder ein Dorn im Auge sind, zeigen die anderen Verständnis für die Bemühungen der Gewerbetreibenden, Kunden auf ihre Geschäfte aufmerksam zu machen. In Winnenden ist man nun dabei, ein Konzept für die Innenstadt zu entwickeln, um Auswüchse zu verhindern oder abzustellen. Doch es zeigt sich, dass das gar nicht so einfach ist.

Weniger Kundenstopper als bisher

Nach der Vorstellung erster Ergebnisse durch den Stadtentwicklungsamtsleiter Markus Schlecht, entspann sich zuletzt eine kontroverse Diskussion im Gemeinderat. Darin ging es vor allem um die sogenannten Kundenstopper, Bockständer mit Plakaten auf beiden Seiten, die vor Geschäften oder Gaststätten aufgestellt werden. Diese und deren Anzahl werden zumindest entlang der Fußgängerzone in der Marktstraße von einigen Räten als störend empfunden. Während ein Teil des Gremiums für eine deutliche Reduzierung der Ständer ist, zeigt ein anderer Verständnis für die Werbemaßnahme der Geschäfte.

Auf Unverständnis stieß allerdings der Vorschlag der Verwaltung, Kundenstopper in Zukunft nur noch Gastronomen zu gestatten. Die CDU-Stadträtin Petra Schäftlmeier wies darauf hin, dass seitens des Gemeinderates in Auftrag gegeben worden sei, auch nach ansprechenderen Modellen dieser Plakatständer zu suchen. Dies sei jedoch überhaupt nicht erfolgt. Für einzelne Händler wäre es ein schwerer Schlag, wenn sie in Zukunft durch diese Art der Werbung nicht mehr auf sich aufmerksam machen könnten. „Nicht jeder hat das Geld, um Anzeigen in Zeitungen bezahlen zu können“, so Petra Schäftlmeier.

Objektive Kriterien sind notwendig

Zu dem Thema wurde bereits im April eine „Bürgerwerkstatt“ mit Stadtspaziergang von der Verwaltung veranstaltet. Deren Ergebnisse sind mit in den Entwurf der Konzeption eingeflossen. „Nicht nur Verbote, sondern Vorschläge“, lautet eine der Forderungen, die von einer der Arbeitsgruppen erhoben wurden. Gegen Überdimensionierung von Werbung sprachen sich die Bürger aus, „Keine Flächenwerbung“ und eine „Verringerung des Schilderwaldes“. Grenzen bei der Farbgestaltung und „Wertigkeit der Werbung“ wurde gefordert, was jedoch in der Konzeption schwierig sein wird umzusetzen.

„Wir müssen Kriterien festlegen, die allgemein gültig sind“, sagt der Fraktionssprecher der Alternativen Liste Christoph Mohr. Darunter fielen messbare Größen wie die Ausmaße eines Schildes, nicht jedoch subjektive Einschätzungen, ob jemand eine Tafel oder ein Plakat für ansprechend halte oder eben für nicht gelungen.

In Gerlingen und Esslingen gibt es bereist Lösungen

In Gerlingen (Kreis Ludwigsburg) hat die Verwaltung vor zwei Jahren beschlossen, höhere Gebühren zu verlangen, wenn jemand auf Gehwegen Kundenstopper, Arbeitswagen, Plakate oder Schuttmulden aufstellt. Die Gemeinde folgte damit einer Empfehlung der Landesprüfanstalt. In Esslingen ging die Stadtverwaltung 2015 in ihren Richtlinien einen Schritt weiter. Dort sind die Kundenstopper komplett aus der Innenstadt verbannt worden. Nicht einmal Gastronomen dürfen darauf ihre Tagesmenüs anpreisen. Stattdessen dürfen sie Werbetafeln an den Fassaden anbringen.

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