Ein Biergarten samt Spielplatz auf dem Bahnhofsvorplatz? Die KI-Visualisierungen der Stadträtinnen Rena Farquhar und Anita Maticevic finden teilweise Anklang. Foto: privat/KI/oh

Wie könnte Esslingens Bahnhofsvorplatz schöner werden? In den sozialen Medien formulieren viele Nutzerinnen und Nutzer ihre Ideen.

Der Esslinger Bahnhofsvorplatz erfreut sich keiner großen Beliebtheit. Sicherheit, Hitze, Optik: Immer wieder wird Kritik an dem Stadteingang laut. Zuletzt erstellten die Stadträtinnen Rena Farquhar und Anita Maticevic mithilfe künstlicher Intelligenz verschiedene Szenarien für eine Verschönerung des Platzes. Auf unseren Social-Media-Kanälen haben wir die Ideen gepostet und gewaltiges Feedback erhalten.

 

Viele Kommentatoren können den Vorschlägen der beiden Stadträtinnen einiges abgewinnen. Einen Kiosk mit Live-Musik, eine Bahn zum Schlittschuhlaufen im Winter, ein kleiner Sportpark oder auch ein Biergarten: Manche Vorschläge kommen gut an. Andere Esslingerinnen und Esslinger üben Kritik. Sie verweisen unter anderem auf den Einbruch der Gewerbesteuer in der Stadt und die damit verbundenen Sparzwänge: „Wer soll das bezahlen, wer hat soviel Geld. Sehr schönes Lied. Passt zu Esslingen“, schreibt ein User. Die nüchterne Antwort von Anita Maticevic: „Wenn wir uns nicht mehr leisten können, einen Betreiber eines Kinderkarussells da hinzustellen, dann müssen wir den Laden direkt zumachen.“

Warum ist Esslingens Bahnhofsvorplatz zugepflastert?

Ein großer Teil der Kommentatorinnen und Kommentatoren macht eigene Vorschläge für einen schöneren Bahnhofsvorplatz. Einig sind sich die meisten, dass es mehr Grün zwischen dem Bahnhof und dem Einkaufszentrum „Das Es“ geben müsse. „Im Sommer heizt sich die Betonlandschaft völlig auf und wer will da wirklich sitzen? Die Sonne brennt von oben, der heiße Boden von unten. Kein Schatten. Ich wäre dafür, dass man mit etwas mehr Bäumen und Blumen sowie Sitzplätzen gestaltet“, schreibt ein User.

Eine Esslingerin hat eine radikalere Idee: Wie wäre es, den Betonboden in Teilen wegzuräumen und mit Grasfläche zu ersetzen? Dann könnten sich Menschen wie am Schlossplatz in Stuttgart eine Decke mitbringen, bis Bus oder Bahn ankommen, erklärt sie. Brunnen oder Wasserspiele schlagen ebenfalls einige User vor. Die Stadt Esslingen wird dagegen nicht müde zu erklären, wie schwer solch tiefgreifende Veränderungen aus ihrer Sicht umzusetzen sind. Denn auf dem Bahnhofsvorplatz befand sich bis Ende des 19. Jahrhunderts eine Gasfabrik. „Daher wurde der Boden dort versiegelt. So wollen wir verhindern, dass Altlasten der ehemaligen Gasfabrik ins Grundwasser gelangen“, schreibt die Verwaltung.

Derzeit ist der Bahnhofsvorplatz wahrlich kein Schmuckstück. Foto: Roberto Bulgrin

Unterschiedliche Konzepte für den Bahnhofsvorplatz in Esslingen

Viele Ideen unter unseren Beiträgen in den sozialen Medien greifen die Bodenstruktur des Platzes nicht an. „Ein schönes Café mit großer Außenbestuhlung würde schon helfen“, lautet ein Vorschlag. Ein anderer Kommentator wünscht sich mehr Abwechslung, etwa mit einem Pop-Up-Ansatz. „Neue Jahreszeit, neue Aufstellung“, schreibt er. So wäre im Winter führ ihn eine Eisbahn denkbar, im Sommer dafür ein anderes Konzept. „Treppenhochbeete oder eine Überdachung in Form eines Hochbeets mit heimischen Wildblumen und kleinen, hölzernen Sitzgelegenheiten“, schlägt eine Userin vor. „Ansonsten noch eine kleine Fläche für Tanz- und Musiziertreffen.“

Alle Verschönerungen hätten keinen Nutzen, wenn nicht auch den bedürftigen Menschen vor Ort nachhaltig geholfen werde, kommentieren manche. Mehr Perspektiven für Obdachlose und andere Hilfsbedürftige, statt „sie an einen anderen Ort jagen zu wollen.“ Nur so könne der Bahnhofsvorplatz ein schöner Stadteingang für alle werden.