Zum Glück ist die Dode doch keine Tote! Foto: dpa

Gaby Dümmel berichtet von einer ihr anfangs furchteinflößenden schwäbischenErfahrung.

Leserin Gaby Dümmel aus Beuren berichtet von einer ihr anfangs furchteinflößenden Erfahrung mit dem schwäbischen Dialekt: "Als Kind von Nachkriegsflüchtlingen wuchs ich in Nürtingen unter anderen Flüchtlingskindern auf. 1973 wurde ich in Großbettlingen eingeschult und fand eine schwäbische beste Freundin. Eines Tages teilte sie mir freudig mit, dass sie keine Zeit zum Spielen hätte, weil sie ihre ,Dode' besuchen würde. Ihre Freude darüber kam mir zwar komisch vor, ich dachte mir aber nichts weiter dabei. Wochen später wurde es mir dann allerdings doch unheimlich, da kam sie und freute sich, weil sie nun auch noch über's Wochenende bei ihrer ,Dode' schlafen durfte. Doch es war mir zu peinlich nachzufragen. Schließlich hatte ich oft genug Probleme, sie zu verstehen.

Die Auflösung erfolgte wiederum einige Wochen später als meine Freundin mich fragte, ob ich mitkommen wolle, ihre ,Dode' zu besuchen. Ich sagte zu - und war bald darauf erleichtert: Nein, wir besuchten keine ,Tote' auf dem Friedhof, sondern eine sehr nette ältere Dame - die Patentante meiner Freundin.

Der schwäbische Spruch des Tages kommt von Leserin Birgit Heinkele aus Gäufelden (gebürtig in Dätzingen). Sie schreibt: "In der Kreisgemeinde Grafenau II, dem früheren Dätzingen, gab es in den 50er und 60er Jahren einen Totengräber namens Anton ,Done' Klink. Dieser besagte ,Done' hatte, wenn er von einem Einheimischen beleidigt wurde, den Spruch drauf: ,Des hosch koam Dauda dau!' (das hast Du keinem Toten getan). Damit wollt er signalisieren: Pass' auf, das merk ich mir, komm' Du mir bloß nochmal in die Finger. Dieser Spruch wurde bei uns zum geflügelten Wort und wird bis heute entsprechend benutzt."

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