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Ein Geheimdokument soll beweisen, dass Prinz William seinen Vater bei der britischen Thronfolge überspringen wird.

London - Ein geheimes Dokument aus dem Finanzministerium hat in Großbritannien für Wirbel gesorgt und die Diskussion um die britische Thronfolge neu angefacht. In dem Papier heißt es, Prinz William werde künftig mehr offizielle Termine wahrnehmen. Entsprechende finanzielle und administrative Neuregelungen wurden angeregt. Entscheidende Passagen waren aus dem Dokument gestrichen worden, bevor es an die Öffentlichkeit gelangte. Die Zeitung „Daily Mail“ wertete dies als klaren Beweis dafür, dass die Queen insgeheim ihren Enkel und nicht ihren Sohn als Nachfolger bestimmt habe.

Auch für die Organisation Republic, die sich für die Abschaffung der britischen Monarchie starkmacht, ist das Dokument ein Beweis, dass der Buckingham Palast bereits konkrete Pläne für die Nachfolge schmiedet. Die Royals dementieren dies vehement. Ein Palast-Sprecher räumte zwar ein, dass William tatsächlich mehr offizielle Aufgaben übernehmen soll. Das sei für seinen Status und sein Alter angemessen. Doch der 27-Jährige konzentriere sich in erster Linie auf seine Militärkarriere. Eine Änderung der Thronfolgerregelung sei nicht geplant.

Der Bericht aus dem Finanzministerium zeigt, dass die Frage um die Zukunft des britischen Königshauses noch offen ist und immer dringender wird. Die 83-jährige Königin Elisabeth ist seit nahezu 58 Jahren Staatsoberhaupt der Briten. Allein in diesem Jahr absolvierte sie mehr als 400 öffentliche Termine, darunter zwei Staatsbesuche im Ausland. Die Queen und der Herzog von Edinburgh bekräftigen zwar stets, bei "robuster" Gesundheit zu sein. Bei der Eröffnung des Parlaments wirkte die Monarchin kürzlich allerdings etwas gebrechlich. Im vergangenen Jahr sagte sie zum ersten Mal eine Auslandsreise in den Mittleren Osten ab, weil sie "zu viel auf dem Zettel" hatte.

William darf im Januar erstmals allein und im Auftrag der Queen Neuseeland und Australien besuchen. Später geht's zur Fußball-Weltmeisterschaft nach Südafrika. Strapaziöse Reisen, die für die Queen zu viel, für den jungen William allerdings wie gemacht sind. So sehen viele Beobachter auch eher praktische Gründe für die neue Arbeitsteilung. Prinz William scheint das bessere Aushängeschild für die britische Monarchie - solange er nicht wieder seinen Militär-Helikopter bei den künftigen Schwiegereltern im Garten parkt.

Viele Briten können einem jungen, gut aussehenden William und seiner bürgerlichen Freundin Kate Middleton mehr abgewinnen als Charles und Camilla. Der Prince of Wales ist mit seinen 61 Jahren schon selbst im Rentenalter. Auch Camilla ist nach wie vor kein Ersatz für die heiß geliebte Prinzessin Diana, die 1997 bei einem Autounfall ums Leben kam. Als das Ehepaar kürzlich nach Kanada reiste, erschien nur eine Handvoll Untertanen, um ihr offizielles Staatsoberhaupt in spe zu begrüßen.

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