Seite 4Wenn das geliebte Haustier stirbt Info: Wohin mit einem toten Haustier?

Von Markus Brauer 

Rund 28 Millionen Heimtiere leben unter deutschen Dächern – davon 11,8 Millionen Katzen, 6,8 Millionen Hunde und 5,9 Millionen Kleintiere wie Kaninchen, Hamster oder Meerschweinchen. Für die meisten heißt es irgendwann: Endstation Müll. „Viele Besitzer wissen gar nicht, was mit ihrem toten Haustier geschieht", so Axel Mauthe, Tierbestatter aus Köngen und Mitglied im Bundesverband der Tierbestatter (BVT). „Wenn sie erfahren, dass ihr Tier in Schlachtabfällen gelandet ist, ist das ein Schock.“

Das Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsgesetz schreibt vor, dass Heimtiere in Tierkörperbeseitigungsanlagen (TBA) entsorgt werden. Dort werden die Kadaver geschreddert und bei 133 Grad Celsius und drei Bar 20 Minuten lang sterilisiert. Die Reste werden verwertet: Körperfette dienen zur Herstellung von Schmieröl, Leim und Seife, Tiermehl wird zu Dünger verarbeitet oder landet in Heizkraftwerken.

Ein unwürdiges Ende. Deshalb ziehen es immer mehr Tierbesitzer vor, ihr geliebtes Tier einäschern oder auf einem der bundesweit mehr als 150 Tierfriedhöfe bestatten zu lassen. In Stuttgart gibt es sie in Hedelfingen und im Fasanenhof.

Wer einen Garten besitzt, kann sein Tier dort vergraben – Katzen und kleine Hunde mindestens 50 Zentimeter tief. Voraussetzung: Der Garten muss sich außerhalb eines Wasser- und Landschaftsschutzgebiets befinden und die Gemeinde darf es nicht explizit verbieten.

In Deutschland sterben nach BVT-Schätzungen jährlich rund 1,3 Millionen Katzen und Hunde. Kleintiere dürfen in die Biotonne (die Restmülltonne ist verboten) oder vergraben werden. Wer einen Kadaver heimlich im Wald oder Park verbuddelt, dem drohen bis zu mehrere Tausend Euro Bußgeld.

Neuester Trend: Mit Herrchen und Frauchen zur ewigen Ruhe gebettet zu werden. Seit Juni können auf einem Friedhof in Essen und bei Koblenz die Urnen von eingeäscherten Heimtieren zusammen mit ihrem davor oder danach verstorbenen Besitzer im Gemeinschaftsgrab beerdigt.

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