In den großen Städten seien gerade nur noch 30 bis 40 Prozent der Fahrgäste im Nahverkehr unterwegs und im Regionalbusverkehr nur etwa ein Fünftel, heißt es (Symbolbild). Foto: dpa/Marijan Murat

Der Unterricht findet zu Hause statt, Arbeitnehmer bleiben im Homeoffice – und die Fahrgäste im Nahverkehr folglich aus. Jetzt wird die Forderung nach einer erneute Corona-Überbrückungshilfe für den öffentlichen Verkehr laut.

Stuttgart - Die baden-württembergischen Verkehrsunternehmen fordern eine erneute Corona-Überbrückungshilfe für den öffentlichen Nahverkehr. „Wir brauchen weitere Mittel“, sagte Geschäftsführer Ulrich Weber vom Landesverband Deutscher Verkehrsunternehmen am Mittwoch in Stuttgart. Wichtig sei eine Zusage noch vor der Landtagswahl. Über den März hinaus gebe es keine Perspektive. Im vergangenen Jahr habe es Einnahmeausfälle von rund 350 Millionen Euro gegeben. Für 2021 werde eine ähnliche Summe erwartet.

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In den großen Städten seien gerade nur noch 30 bis 40 Prozent der Fahrgäste im Nahverkehr unterwegs und im Regionalbusverkehr nur etwa ein Fünftel. Hintergrund seien die geschlossenen Schulen und auch der Aufruf zum Arbeiten im Homeoffice. Die Einnahmesituation werde sich weiter verschlechtern. Weber rechnete nicht mit einer baldigen Besserung der Lage. Es dauere sicher noch längere Zeit, bis es spürbare Effekte der angelaufenen Impfungen gebe. Das Land hatte schon nach dem ersten Lockdown im Frühjahr ein solches Paket geschnürt, in dem auch Schülertickets erstattet wurden.

Auch Baden-Württembergs Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz hat eine weitere Corona-Überbrückungshilfe für den öffentlichen Nahverkehr ins Spiel gebracht. Diese müsse eine Erstattung der Elternbeiträge für die Schülerabos sowie einen Rettungsschirm für den Busverkehr in den nächsten Monaten umfassen, sagte Schwarz am Mittwoch.

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