Matthias Wissmann. Foto: dpa

Der Präsident des Verbandes der Autoindustrie reagiert auf Äußerungen Kretschmanns.  

Stuttgart – Der Präsident des Verbandes der deutschen Automobilindustrie, Matthias Wissmann, hat mit Verwunderung auf die Äußerungen des designierten baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) zum künftigen Stellenwert der Automobilindustrie und der Forderung nach neuen Mobilitätskonzepten reagiert.

"Wenn Herr Kretschmann grüne Autos sehen möchte, dann braucht er sich nur die Produkte anschauen, die in seinem Heimatland vom Band laufen. Die deutschen Premiummarken kommen bei der CO2-Reduzierung schneller voran als ihre Wettbewerber“, sagte Wissmann den "Stuttgarter Nachrichten".

Der deutsche Straßenverkehr sei europäischer Vorreiter im Klimaschutz. „Kein anderes Land hat es bisher geschafft, seine CO2-Emissionen unter den Stand von 1990 zu senken. Um die Effizienz weiter zu steigern und gleichzeitig den wachsenden Mobilitätsbedarf der Zukunft zu meistern, brauchen wir intelligente Konzepte, die die Verkehrsträger effektiv mit einander vernetzen. Die Zeit der Grabenkämpfe ist längst vorbei.“

"Würden uns freuen, Herrn Kretschmann auf der IAA begrüßen zu können"

Wissmann warnte Kretschmann indirekt, Entscheidungen zum Nachteil des Wirtschaftsstandortes zu treffen: „Auch die zukünftige Landesregierung von Baden-Württemberg kennt die wirtschaftlichen Realitäten: Die Produktion von Premiumautos ist entscheidend für den Industrie- und Innovationsstandort Deutschland: sechs von zehn Arbeitsplätzen bei den deutschen Automobilherstellern hängen am Premium.“

Wissmann fügte hinzu: Wir würden uns freuen, Herrn Kretschmann auf der IAA im September in Frankfurt begrüßen zu können. Dort kann er sich ein umfassendes Bild über die Innovationskraft und die Leistungsfähigkeit der deutschen Hersteller und Zulieferer verschaffen."