Der Zaun als Parkplatz. Mit dem Rad kommt man auch an Spieltagen nah ans Stadion ran und steht nicht im Stau. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Bei schönem Wetter ist das Zweirad das Verkehrsmittel der Wahl bei VfB-Heimspielen. Nur das Parken ist ein wenig kompliziert.

Stuttgart - Alle zwei Wochen das gleiche Bild, 17-mal im Jahr. Ein Bundesliga-Heimspiel des VfB Stuttgart, Mercedes-Benz-Arena, gegen 17.15 Uhr. Auf dem Rasen beginnen die letzten fünf bis zehn Minuten, auf den Rängen scharren schon viele nervös mit den Füßen. Nach dem Abpfiff zählt schließlich jede Sekunde – wenn man denn rechtzeitig zur „Sportschau“ zu Hause sein will. Nur wer schnell aus dem Stadion kommt, schafft die ersten Straßenbahnen oder bringt sein Auto noch staufrei raus aus dem Neckarpark. Alle anderen brauchen Geduld.

Zäune und Barrieren als Parkzonen

Es sei denn, man fährt mit dem Fahrrad zum Spiel. Noch ist das etwas eher Ungewöhnliches, rund um die Arena sieht man zwar hier und dort Velos an Zäunen oder Metallbarrieren angekettet, viele sind es aber nicht. Auch an den beiden städtischen Radständern unter dem Fußgängersteg über der Mercedesstraße oder auf der anderen Seite des Stadions am Martin-Schrenk-Weg hat es meist noch Kapazitäten – aber ob sie reichen? Mit dem Rad zum Spiel zu fahren, die Tendenz dürfte, wie ganz allgemein der Radverkehr, künftig zunehmen. Das sieht man auch beim VfB Stuttgart so. Pressesprecher Tobias Herwerth erklärt, man habe das Thema im Auge. Konkrete Pläne gebe es noch nicht, aber man könne sich vorstellen, bei steigender Nachfrage künftig auch eigene Abstellmöglichkeiten in Stadionnähe anzubieten. „Grundsätzlich sind wir um jeden unserer Besucher froh, der die Verkehrssituation rund um die Spiele entlastet“, sagt Herwerth. Und das täten Radler in der Tat.

In der Mercedesstraße heißt es: Absteigen

Ein Selbstversuch zeigt, dass es lohnend sein kann, das Velo zu nehmen. Bei der Anfahrt rollt man, egal aus welcher Richtung kommend, die letzten Kilometer elegant am Stau vorbei. Über die Radwege entlang des Neckars oder über den Wasen gelangt man kommod in den Stadionbereich. Es empfiehlt sich aber, von der Daimlerseite aus anzufahren, denn von dort kann man bis kurz vorm Stadion im Sattel bleiben. Auf der anderen Seite heißt es an der Schleyerhalle absteigen, denn die Mercedesstraße ist rund um das Spiel reiner Fußgängerbereich. Der Test zeigte zwar, dass auch die Polizisten auf Pferden wohl nicht so genau wissen, ob man nun radeln darf oder nicht (sie haben interessiert geschaut, aber nichts gesagt). Nach Auskunft der Stadt aber kann dafür sogar ein Bußgeld zwischen 15 und 25 Euro verhängt werden.

Für das Abstellen und Anschließen des Drahtesels empfehlen sich am Stadion nur Zäune und Barrieren. Ein mutmaßlich sehr sicherer Platz ist die Begrenzung der Einfahrt zum Parkhaus an der Mercedesstraße, da dort die ganze Zeit ein Ordner steht, der den Einlass zum Parkhaus kontrolliert. Von dort aus sind es nur ein paar Schritte zum Eingang der Haupttribüne. An dieser Pole-Position kann man allerdings maximal fünf Räder sicher anschließen. Wichtig ist auf jeden Fall, den Helm beim Rad zu lassen. Mit dem Kopfschutz kommt man nicht ins Stadion, beziehungsweise man muss ihn bei einer Sammelstelle abgeben. Helme gelten nämlich als potenzielle Wurfgeschosse. Wer seinen Helm abgibt, verliert natürlich nach dem Spiel jeglichen Zeitvorteil.

Auch mit dem Mietrad kommt man zum Spiel

Gute Anfahrtsmöglichkeiten, Improvisationstalent beim Abstellen des Fahrzeugs und ein Schloss für den Helm – mit diesen ­Ingredienzien ist das Rad für einen Besuch des VfB durchaus empfehlenswert. Man kann im übrigen auch mit einem Mietrad von Call-a-Bike bis zu der Station am Mercedes-Benz-Museum fahren. Ob nach Schlusspfiff dann wieder ein Mietrad zur Verfügung steht, weiß man allerdings nicht. Es sei denn, man blockiert das Rad zur Weitervermietung, das kostet dann aber alle halbe Stunde einen Euro.

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