Nach der Erweiterung wird das Rathaus ein anderes Gesicht haben. Foto: Horst Rudel/Archiv

Die Wendlinger Stadtverwaltung favorisiert eine Aufstockung des bestehenden Gebäudes um eine weitere Etage. Der Bürgermeister Steffen Weigel erachtet diese Lösung als „stimmige, städtebaulich überzeugende Gesamtlösung“.

Wendlingen - Eng geht es zu im Rathaus von Wendlingen. Der Verwaltungsbau im Stadtzentrum platzt aus allen Nähten, die Mitarbeiter müssen seit Jahren immer enger zusammenrücken. Deshalb soll nun an Ort und Stelle mehr Platz geschaffen werden. Die Machbarkeitsstudie eines Stuttgarter Architekturbüros schlägt zwei Varianten vor: einen Anbau oder eine Aufstockung des Gebäudes um ein drittes Stockwerk. Für letzteren Vorschlag spricht sich die Stadtverwaltung um Bürgermeister Steffen Weigel (SPD) aus.

Dem Bau aus dem Jahr 1959 eine weitere Etage aufs Dach zu setzen, erachtet der Rathauschef als eine gute Lösung zur Schaffung weiterer Büroräume. „Damit verbauen wir keine zusätzliche Fläche“, argumentiert er für diese von ihm favorisierte Variante, die das Stuttgarter Architekturbüro Aldinger Architekten erarbeitet hat. Zudem stelle sie eine „stimmige, städtebaulich überzeugende Gesamtlösung“ dar. Als weitere Möglichkeit zur Erweiterung des Gebäudes beschreibt die Studie einen Anbau im Hof des Rathauses. Die zunächst grob geschätzten Kosten belaufen sich bei beiden Vorschlägen auf jeweils gut zwei Millionen Euro.

Es mangelt an Besprechungsräumen

Darüber, dass auf oder am Rathaus weitere Räume geschaffen werden müssen, sind sich die Verwaltung und der Gemeinderat in jedem Fall einig. Zu beengt gehe die tägliche Arbeit der etwa 60 Mitarbeiter im Rathaus über die Bühne – insgesamt sind rund 200 Menschen bei der Wendlinger Verwaltung beschäftigt. Einige Zweierbüros seien mit drei Angestellten besetzt, es mangele an Besprechungs- und Sozialräumen, sagt Steffen Weigel. In den vergangenen Jahren habe das Personal stetig aufgestockt werden müssen, erklärt der Bürgermeister und führt mit der Anschlussunterbringung von Flüchtlingen nur einen Aufgabenbereich an, der von der Verwaltung zusätzlich übernommen werden musste.

Neben dem Defizit an Arbeitsplätzen gebe es zurzeit auch kein Büro für den freigestellten Personalrat, keine Räume, in denen Mitarbeiter ihre Pausen verbringen könnten, und kein Trauzimmer. Heiratswillige Paare seien gezwungen, sich im Großen Sitzungssaal das Jawort zu geben, „und das ist wahrlich nicht prickelnd“, so Weigel.

600 Quadratmeter mehr Platz

Die Stadt müsse den Mitarbeitern einen sogenannten Sozialraum zur Verfügung stellen, in denen sie ihre Zeiten außerhalb der Arbeitszeit verbringen können. „Diese Verpflichtung können wir zurzeit aufgrund der Raumnot nicht erfüllen“, sagt Weigel. Mit dem Erweiterungsbau soll sich das ändern. Dieser wird die Bürofläche des Rathauses um rund 600 Quadratmeter vergrößern und Platz für bis zu 30 Arbeitsplätze schaffen. Ein grundlegender Umbau oder die Sanierung der bestehenden Räume im Rathaus seien indessen nicht vorgesehen, erklärt Weigel. Denn die Substanz in dem Gebäude sei trotz des Alters gut. Eine größere Erweiterung des Mitarbeiterstamms gehe mit dem Ausbau des Rathauses indes nicht einher. In den kommenden beiden Jahren sollen lediglich zwei zusätzliche Stellen und die eines Wirtschaftsförderers besetzt werden.

Auch im neuen, möglicherweise oben aufgesetzten Trakt, könnten die Rathausangestellten bei der Arbeit möglicherweise ins Schwitzen geraten. Der Einbau einer Klimaanlage ist laut dem Wendlinger Bürgermeister nicht geplant. Doch sollen in den Decken verbaute Wasserelemente und Rollos dabei helfen, die Temperatur so angenehm wie möglich zu halten.

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