Der Welzheimer Gemeinderat gibt grünes Licht für die Viaduktsanierung. Foto: Pascal Thiel

Die Stadt gibt Geld für die Sanierung des Viadukts Laufenmühle – der Kreis will seinen Obolus nur unter Vorbehalt beisteuern.

Welzheim - Jenen Antrag, der die touristisch wertvolle Waldbahn im Wieslauftal zwischen Rudersberg und Welzheim hätte ins Schlingern bringen könnte, hat der Kreistagsausschuss am Ende mit breiter Mehrheit abgelehnt. Die Freien Wähler hatten im Rahmen der Haushaltsdebatte beantragt, den 300 000-Euro-Zuschuss für die Sanierung des Laufenmühleviadukts zu streichen und stattdessen prüfen zu lassen, ob aus der gesamten Waldbahnstrecke eine Fahrradpiste samt E-Bike-Verleih gemacht werden könnte.

„,2 Millionen Euro für die Sanierung des Viadukts

Diskussionen hatte es im Umwelt- und Verkehrsausschuss allerdings trotzdem gegeben. Zumal der Landrat Richard Sigel nebenbei darauf verwiesen hatte, dass das staatliche Rechnungsprüfungsamt Stuttgart momentan die Zahlen der Waldbahn durchforste. Selbiges trifft allerdings rein routinemäßig auch auf die anderen Tourismusbahnen im Land zu. Für das Gremium war dies trotzdem Grund genug, den Kreiszuschuss für die insgesamt 2,2 Millionen Euro teure Viaduktsanierung mit einem Vorbehalt zu versehen. Und ein gewisses Grummeln über ein womöglich drohendes Zuschussfass ohne Boden war durchaus zu vernehmen, zusammen mit der Forderung nach einem Gesamtkonzept für die künftige Finanzierung des Bähnles.

In Welzheim hat derweil der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung grünes Licht für den allergrößten Brocken der Finanzierung jener Viaduktsanierung gegeben und bei einer einzigen Enthaltung beschlossen, die Sanierung im kommenden Jahr angehen zu wollen. Die Stadt übernimmt mit gut einer Million Euro fast die Hälfte der Kosten, knapp 1,2 Millionen Euro stammen von Dritten – unter anderem eben mit 300 000 Euro vom Landkreis.

Eine technische Meisterleistung

Ursprünglich schien die Sanierung des gut 100 Jahre alten Bahnviaduktes noch deutlich teurer zu kommen. In ersten Schätzungen war von Kosten in Höhe von 3,5 Millionen, später von 2,9 Millionen Euro die Rede. Ein neues Sanierungsverfahren mit gezielter Injektion von feinem Zement in die kritischen Bereiche der Brückenbögen bringt nun die nötige Stabilisierung im Gefüge und verursacht nur Kosten in Höhe von 2,2 Millionen Euro. In Fachkreisen gilt das Viadukt als erste Bogenbrücke in Betonstahlbauweise in Süddeutschland als technische Meisterleistung.

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