Alessio Fochesato mit seinem Freund, dem Papagei Foto: Max Kovalenko

Alessio Fochesato hat mehr als einen Vogel. 50 Papageien auf einmal dirigiert er auf dem Cannstatter Wasen durch die Manege des Weltweihnachtscircus – laut Zirkus-Chef Henk van der Meyden Weltrekord. Davongeflogen sei ihm noch keiner, sagt der aus Italien stammende Tiertrainer.

Stuttgart - Alessio Fochesato hat mehr als einen Vogel. 50 Papageien auf einmal dirigiert er auf dem Cannstatter Wasen durch die Manege des Weltweihnachtscircus – laut Zirkus-Chef Henk van der Meyden Weltrekord. Davongeflogen sei ihm noch keiner, sagt der aus Italien stammende Tiertrainer.

Fünf Zentimeter, zehn Zentimeter, mehr waren es bestimmt nicht – dem Luftzug nach zu urteilen. Bei einer Nummer im diesjährigen Weltweihnachtscircus ist man versucht sich wegzuducken. Wenn Alessio Fochesato seine Papageien losschickt, wenn seine gefiederten Geschwader über den Köpfen des Publikums zum Sinkflug ansetzen, dann hofft mancher Besucher, es möge sich keine Vogelkralle im eigenen Schopf verfangen.

„Hetty wollte eigentlich vor jeder Vorstellung Schirme gegen Vogelschiss verteilen“, berichtet Henk van der Meyden von einem Scherz seiner Produktionsleiterin Hetty Vermeulen. Selten so gelacht, manche Besucher gehen tatsächlich in Deckung, weil sie vielleicht auch fürchten, einer der Flattermänner könnte eine Kleinigkeit fallen lassen.

Alessio Fochesato, seine Frau Elisa und die 50 Papageien zählen in diesem Jahr zu den Publikumslieblingen auf dem Cannstatter Wasen. Farbenprächtige Federkleider, meditative Musik und exotisches Krächzen verbinden sich bisweilen zu zirzensischer Poesie. Fochesato nennt es „lebendiges Gemälde“.

Er sei auf einem Bauernhof aufgewachsen und habe schon als kleiner Junge Tieren Tricks beigebracht, sagt Alessio Fochesato. Im Zoo von Turin, wo er 1997 eine Stelle antrat, begann er systematisch mit Papageien zu arbeiten. Heute gilt er als der Papageientrainer, der am häufigsten kopiert wird. „Die Tiere sind meine Familie“, sagt Fochesato, und er bildet das Oberhaupt des Vogelschwarms. Das macht zugleich die Schwierigkeit bei seiner Show aus. „Es liegt in der Natur der Papageien, alles nachahmen zu wollen. Deshalb hat es gedauert, bis sie freiwillig durch die Manege flogen. Weil ich als ihr Anführer nicht fliege, wollten sie anfangs auch nicht fliegen.“ Dass Tierschützer sein Tun für Teufelszeug halten, weiß er. Nur persönlich gesagt habe ihm das noch keiner. Er verlange von seinen Vögeln nichts, das wider ihre Natur sei.

Fochesato dirigiert große Aras, Grünflügelaras, Soldatenaras, Sonnensittiche, Kakadus und einen Amazonenpapagei. Alle seien gezüchtet und unterschiedlich im Charakter. „Die weißen Kakadus etwa sind ein bisschen stur und schwierig wie die Frauen“, scherzt er. „Manche wiederum kommen und wollen Küsschen geben, andere möchten nicht berührt werden.“ Cleo zählt nicht zu Letzteren. Fremdeln ist für den Grünflügelara ein Fremdwort. Das Tier setzt sich auch bei anderen ohne Scheu auf den Arm – vorausgesetzt, es gibt eine Erdnuss zur Belohnung.

Der Weltweihnachtscircus ist noch bis zum 6. Januar zu Gast in Stuttgart. Restkarten können unter 07 11 / 6 74 47 70 zwischen 9 und 24 Uhr reserviert werden.

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