Kris Kremo und sein Sohn Harrison zeigen erstmals im Weltweihnachtscircus gemeinsam eine beeindruckende Jonglage. Zwei Generationen – ein Tempo. Grandios!
„Es ist der Höhepunkt meiner Karriere, dass ich mit meinem Sohn auftreten kann“, sagt Kris Kremo. Der wohl am häufigsten ausgezeichnete Jongleur der Welt betont auch gleich: „Es war nie richtig geplant. Aber es macht enorm Spaß. Auch in der Garderobe, wenn wir uns aufwärmen.“ Sein Sohn indes strahlt und freut sich. 2018 sind die beiden erstmals im Tigerpalast in Frankfurt aufgetreten. Harrison sagt: Es sei wie ein Traum, der wahr geworden sei. Auch ihm war nicht klar, dass er einmal auf der Bühne stehen will. Per Zufall ist es so gekommen, nachdem er das Abitur gemacht hatte.
Sohn Harrison jonglierte schon mit fünf Jahren
Erste Gehversuche in der Jonglage gab es für ihn dennoch früh: Spielerisch hat er im Alter von fünf Jahren zu jonglieren begonnen. Dann immer wieder mal mit Pausen. Erst als 2018 die Anfrage vom Tigerpalast kam, haben die beiden richtig trainiert. Und Harrison trat dort mit seinem Vater vor 200 Besuchern auf. Im Weltweihnachtscircus jetzt ist der kommende Schritt enorm: „Das ist eine riesige Bühne, und da überlegt man, wie man den Platz ausfüllen soll. Aber das Publikum ist super und die Atmosphäre ebenfalls“, sagt der 24-Jährige.
Sie zeigen die vielfältige Palette der Jonglage
Und Kris Kremo konnte sich an seine Anfänge erinnern: Er ist auch einst mit seinem Vater aufgetreten. Und der Vater hat ihm damals, wenn er auf Tournee war, schriftlich Anweisungen zum Training geschrieben. In einer Zeit, in der der Brief noch wichtig war und es kein Smartphone mit Nachrichten-Apps gab. „Diese Briefe sind sehr hilfreich gewesen“, erinnert sich Kris Kremo. Und heute? Sohn Harrison sagt: „Wir verstehen uns als Partner echt gut.“
Bei ihrem gemeinsamen Auftritt im Weltweihnachtscircus zeigen sie die vielfältige Palette der Jonglage: von Bällen zu Hüten, Zylindern und Zigarrenkisten. Der Vater weiß um die Schwierigkeit, als Duo zu jonglieren, denn da muss alles genau durchgezählt werden, kann beim Auftritt nichts improvisiert werden. Das Orchester unterstützt sie hervorragend dabei. Und so mache Schwierigkeit weiß das Publikum gar nicht: etwa dass die Zylinder schwerer springen, wenn sie kalt sind. Die schwierigste Jonglage sei die mit den Bällen, sagen die beiden. Die erfordert besonders viel Einsatz, Konzentration und Genauigkeit. Und Tempo.
Unwahrscheinliche Geschwindigkeit der beiden
Ja, die Geschwindigkeit, die ist unwahrscheinlich, die der 72-jährige Vater und der 24-jährige Sohn da zeigen, nicht nur, wenn sie sich die Bälle zuwerfen. Denn nur im selben Tempo haben sie Erfolg beim Synchronjonglieren. Nervös sind die beiden schon vor der Show, geben sie zu. „Es ist auch die Verantwortung, sich bei Neuem zu beweisen“, sagt Kris Kremo. Beim Jonglieren kann immer etwas schiefgehen. Und dabei dann die kritischen Blicke des Publikums zu ertragen sei nicht einfach. Dabei blickt er schon auf weit mehr als 50 Jahre Artistenerfahrung zurück und hat dafür jüngst in Monte Carlo beim Internationalen Zirkusfestival eine Urkunde für sein Lebenswerk bekommen und mit seinem Sohn zwei Ehrenpreise.
Hartes Trainieren – Auftritt als Höhepunkt
Im Jahr 1966 ist er in der Schulzeit schon mit Kindern in der deutschsprachigen Schweiz aufgetreten, und ab 1970 hat er mit dem Vater angefangen und war viele Jahre am Lido in Paris. „Das Training ist hart. Das Auftreten ist aber der Höhepunkt“, sagt er. Vater und Sohn lieben die Herausforderung. Harrison spricht vom Adrenalinkick, den er beim Auftritt bekommt. Er arbeitet in der Schweiz noch in der Filmindustrie in der Logistik. Der Zirkus bietet ihm sehr viel Motivation.
Sohn Harrison gewann den Prix Walo Junior
Kris Kremo hat als Jongleur schon viele Auszeichnungen bekommen: den internationalen deutschen Artistenpreis, den ersten Preis in Las Vegas für die beste artistische Leistung, Weltmeister in London. Sein Sohn, jedoch hat bereits einen Preis, den der Vater wegen seines Alters nicht mehr bekommen kann: den Prix Walo Junior, als er 15 Jahre alt war – den „Schweizer Oscar“. In Stuttgart begeistern sie als humorvolles und zugleich erstklassiges Duo in der Jonglage. Eine exzellente doppelte Aufführung in Mimik, Gestik und Aktion, die nur ein Vater mit dem Sohn so vollführen kann. Chapeau.
Für die Auftritte bis zum 7. Januar auf dem Wasen gibt es weitere Infos und Tickets unter: https://weltweihnachtscircus.de/.