Er ist wieder da auf dem Cannstatter Wasen: Clown Fumagalli. Klicken Sie sich durch Eindrücke vom Weltweihnachtscircus. Foto: Weltweihnachtscircus

Es ist eine eigene Kunst, zu einer Tradition aufzusteigen, ohne im Immergleichen zu erstarren. Dem Weltweihnachtscircus gelingt dies spielend. Zum 22. Mal gastiert er vom 5. Dezember an auf dem Cannstatter Wasen und bringt erneut Artisten der Weltklasse nach Stuttgart.

Stuttgart - Dieses Pferd hat einen gesunden Schlaf. Es lässt sich wirklich von nichts und niemandem stören. Dass da Tausende Menschen rund um die Manege sitzen, macht ihm nichts aus: Es pennt tief und fest. Das schlafende Pferd ist eine so ungewöhnliche und einzigartige Nummer, dass Dompteurin Rosi Hochegger beim Festival in Monte Carlo mit dem Silbernen Clown ausgezeichnet wurde, jenem Preis, den nur die Besten der Besten der Branche bekommen.

Und nur jene holt Henk van der Meijden nach Stuttgart. Der 77-jährige Holländer ­organisiert und produziert den Weltweihnachtscircus auf dem Cannstatter Wasen bereits zum 22. Mal. „Es gibt eine starke Zusammenarbeit zwischen dem Internationalen Zirkusfestival in Monte Carlo und dem Weltweihnachtscircus“, sagt er, „viele der Nummern, die dort prämiert werden, bekommt das Stuttgarter Publikum vorab zu sehen.“

Eine andere Nummer gab es bisher in Europa noch gar nicht zu sehen. Der Große Chinesische Staatscircus Shandong präsentiert seine Show „Die Ikarischen Spiele“, die im vergangenen Oktober die Sensation der internationalen Zirkusmeisterschaften in China war und die vielbegehrte Goldmedaille erhielt. Wer das Niveau der Artistik in China kennt, weiß, dass einen da etwas ganz Besonderes erwartet. Doch was sind Ikarier? So nennt man im Artistenkauderwelsch Nummern, bei den Menschen oder Gegenstände auf den Füßen jongliert und umhergeschleudert werden. Meist gibt es den Antipodisten, der jongliert, und den Flieger – zwei Artisten also. Die Chinesen sind aber zu achtzehnt. Da wird es eng in der Luft, Salto reiht sich an Salto. Van der Meijden: „Die Nummer wird als Revolution der Zirkuswelt bezeichnet, und wir sind stolz, dass es uns gelungen ist, sie als Erster außerhalb Chinas präsentieren zu können.“

Weltklasse – diesen Standard ist das Publikum gewohnt beim Weltweihnachtscircus. Auch bei der so leicht wirkenden, aber so schweren Kunst, die Menschen zum Lachen zu bringen. Der Clown ist für van der Meijden das Herz eines jeden Zirkus. „Ein Clown lässt auch die erwachsenen Besucher wieder für einen Moment ein Kind sein. Mich bringt er immer wieder zum Lachen“, sagt er. Heuer hat er die Fumagalli-Clowns ausgewählt. Wieder einmal, sie sind alte Bekannte in Stuttgart. Die Brüder Natalino und Daris Huesca kommen aus Italien, ihr Vater war ein berühmter Komiker, der in zahlreichen Filmen des Regisseurs Frederico Fellini ­mitwirkte. Dessen surrealistische Arbeiten haben die Brüder offenbar beeindruckt, sie spiegeln sich in ihren Auftritten wider.

Mit dabei sind auch echte Fernsehstars – folglich genießen sie den Luxus eines eigenen Schwimmbeckens. Die Seelöwen von Petra und Roland Düss haben bis 2009 abwechselnd die Rolle der Fernsehrobbe Robbie gespielt. Nun konzentrieren sie sich auf ihre Zirkuskarriere. Daneben gibt’s noch fliegende Motorräder, tanzende Hunde und Pferde sowie schwebende Menschen. Bei so viel Aufregung ist es wirklich ein Wunder, dass das Pferd schlafen kann.

Der Weltweihnachtscircus gastiert vom 5. Dezember 2014 bis zum 6. Januar 2015 auf dem Cannstatter Wasen. Tickets gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen oder telefonisch unter 07 11 / 22 11 05. Die Eintrittskarten gelten gleichzeitig auch als Ticket für den Nahverkehr.

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