Katy Perry ist seit April auf Welttour. Mexiko, China, Australien, Argentinien – und im Juli Stuttgart. Wie gelingt es den Jazz Open, die US-Popikone für den Schlossplatz zu gewinnen?
Dass Katy Perry, eine der erfolgreichsten Künstlerinnen der letzten zwei Jahrzehnte, im Sommer 2026 im Herzen von Stuttgart singt, erstaunt viele Fans. Ist der Schlossplatz am 8. Juli nicht zu klein für einen Weltstar wie sie? Für die Jazz Open ist ihre Verpflichtung nur ein neuer Coup in einer langen Reihe überraschender Verpflichtungen.
„Solche Namen bekommen wir, weil das Festival inzwischen einen Weltruf in der Szene hat“, sagt Jürgen Schlensog. Der Promotor und künstlerische Leiter der Jazz Open hat mit seinem Team eine Marke aufgebaut und ständig weiter entwickelt, die international zieht – auch weit über die Grenzen des Jazz hinaus. Deshalb heißt das Festival auch Jazz Open, ist damit open und offen für viele Stilrichtungen. Von Sting über Bob Dylan bis Lenny Kravitz: Immer wieder gelingt es Schlensog, Weltstars auf den Stuttgarter Schlossplatz zu holen.
Ein Festival mit Weltruf
Was 1994 als kleines, feines Jazz-Event begann, ist zu einem Festival mit internationalem Anspruch gewachsen. Heute steht das Wort „Jazz“ auch für musikalische Offenheit – Pop, Soul, Blues und Funk gehören längst selbstverständlich dazu. Und der Schlossplatz mit seiner historischen Kulisse bietet dabei ein unverwechselbares Ambiente: intim, aber doch mit großem Glanz.
„Künstlerinnen und Künstler lieben diesen Ort“, sagt Schlensog. Denn der Schlossplatz ist kein Stadion, sondern ein Platz mit Geschichte und Atmosphäre. Hier, so hört man immer wieder, fühle sich Musik echt an.
Für Katy Perry ist Stuttgart eine von über 70 Stationen ihrer „Lifetimes Tour“, mit der sie ihr aktuelles Album „143“ präsentiert. Nach Konzerten in Arenen und Stadien der Welt wird der Auftritt auf dem Schlossplatz fast familiär wirken – vor etwa 7000 Fans, umgeben von der barocken Kulisse des Neuen Schlosses. Direkt vor Stuttgart tritt sie am 5. Juli beim Festival Río Babe in der Nähe von Madrid auf. Nach den Jazz Open ist ihr nächstes Gastspiel am 11. Juli im römischen Amphitheater von Nimes, in dem knapp 20 000 Besucher Platz finden.
Rechnet sich Perry für Stuttgart? „Wir machen nichts, was sich finanziell nicht rechnet“, sagt Jürgen Schlensog. Voraussetzung sei freilich, dass der Schlossplatz ausverkauft ist. Dies scheint reine Formsache zu sein. Bereits am ersten Vorverkaufstag war der Andrang auf die Karten so groß, dass der Server zeitweise zusammenbrach.
Stuttgart beweist: Große Musik braucht keine große Bühne
Die Jazz Open sind längst kein Geheimtipp mehr, sondern eines der renommiertesten Sommerfestivals Europas. Sie stehen für Qualität, Atmosphäre und eine fast familiäre Nähe zwischen Publikum und Künstler – eine Kombination, die wohl selbst Megastars wie Katy Perry überzeugt.
Wenn die US-Popikone, die bei Youtube über 45 Millionen Follower hat, am 8. Juli 2026 in Stuttgart „Firework“ anstimmt, dürfte klar sein: Der Schlossplatz wird für einen Abend zum Mittelpunkt der Popwelt. Und Stuttgart beweist, dass große Musik keine große Bühne braucht, sondern nur das richtige Publikum.