Wie schon in den vergangenen Jahren wird am Mittwoch zwischen 15 und 17 Uhr auf dem Schlossplatz einen Aktionstag zum Internationalen Frauentag geben. Foto: factum/Weise

Zum Internationalen Frauentag am Mittwoch, 8. März, will ein DGB-Straßentheater auf dem Schlossplatz spielerisch deutlich machen, dass Frauen finanziell noch immer benachteiligt sind.

Stuttgart - Auf die Plätze, fertig, los! Auf dem Schlossplatz fällt am Mittwoch um 16 Uhr der Startschuss zu einem Wettrennen um die Rente. Braut und Bräutigam laufen gleichzeitig los. Nach der ersten Runde führt der Mann – die Frau setzt aus, weil sie Mutter wird. Nach der Elternzeit fängt sie in Teilzeit an und verliert deshalb an Tempo. Der Mann spurtet dank Beförderung und Gehaltserhöhung immer schneller. Im Ziel bekommen beide ihre Rentenbescheide. Beim Geld ist die Differenz so groß wie bei den Laufzeiten.

Ein Straßentheater der DGB-Frauen wird zum Internationalen Frauentag mitten in der Stadt dieses ungleiche Rennen aufführen. „Bei der Altersversorgung ist die Kluft zwischen Männern und Frauen in Deutschland noch deutlich größer als bei den Löhnen“, sagt Bärbel Mauch, die Frauenbeauftragte des DGB-Bezirks Baden-Württemberg. Sie verweist auf eine von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie, wonach westdeutsche Männer im Ruhestand im Jahr 2014 monatlich im Schnitt 994 Euro aus der gesetzlichen Rentenkasse erhielten, westdeutsche Frauen dagegen nur 576 Euro – 42 Prozent weniger. In Zukunft, weiß Mauch, werde dieser Abstand schrumpfen, denn: die Rente der Männer wächst vergleichsweise geringer.

Veranstaltung im Rathaus

Unverändert groß sei die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen in Deutschland, kritisiert der Gewerkschaftsbund. Auch bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit verdienten Frauen im Schnitt sieben Prozent weniger als Männer. Weil Frauen häufig in schlecht bezahlten Berufen tätig seien, häufiger in Teilzeit arbeiteten und selten in Führungspositionen gelangten, sei die Schere nach wie vor sehr groß. „Der Frauentag bleibt weiterhin wichtig“, betont Bärbel Mauch. Ihre Aufgabe sei es, ihre eigene Stelle unnötig zu machen – also die Gleichberechtigung durchzusetzen.

Zum Frauentag wird es am Mittwoch von 15 bis 17 Uhr neben dem Straßentheater auch Infostände und Reden auf dem Schlossplatz geben. Motto: „Die Hälfte der Welt für uns Frauen!“ Im Rathaus heißt es am 8. März von 18 bis 21 Uhr zudem: „Weltgebetstag trifft Frauentag“. Die Gleichstellungsstelle der Stadt, die Evangelischen Frauen in Württemberg und die Württembergische Arbeitsgemeinschaft christlicher Frauen laden zu Vorträgen, zu Musik, Diskussionen und einer Ausstellung unter dem Titel „Was ist denn fair?“ ein. Fair ist das Rennen um die Rente jedenfalls nicht.

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