Der Investor Paragon will bei dem insolventen Weltbild-Verlag einsteigen. Foto: dpa

Nach etwa vier Monaten gibt es Klarheit über den künftigen Besitzer des Kirchenkonzerns Weltbild. Der Investor Paragon will bei dem Buchhändler einsteigen. Bislang hat Paragon schon Erfahrung im Handel, doch dabei ging es um Motorradzubehör und Lkw-Teile.

Nach etwa vier Monaten gibt es Klarheit über den künftigen Besitzer des Kirchenkonzerns Weltbild. Der Investor Paragon will bei dem Buchhändler einsteigen. Bislang hat Paragon schon Erfahrung im Handel, doch dabei ging es um Motorradzubehör und Lkw-Teile.

Augsburg/München - Die Vertragsverhandlungen für die Übernahme des Weltbild-Konzerns durch den Investor Paragon werden sich noch mehrere Wochen in die Länge ziehen. Am Sonntag war bekanntgeworden, dass die Münchner Beteiligungsgesellschaft die Mehrheit des insolventen Augsburger Buch- und Medienhändlers übernehmen soll.

Wie die Nachrichtenagentur dpa am Montag aus dem Umfeld der Unternehmen erfuhr, müssen Details in nächster Zeit noch verhandelt werden. Bislang wurde ein Vorvertrag zwischen Weltbild-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz und Paragon geschlossen.

Geiwitz hatte stets betont, dass er die Verlagsgruppe mit dem Online-Handel und dem flächendeckenden Netz von Buchhandlungen insgesamt erhalten will. Am Montagnachmittag wollte der Insolvenzverwalter die Mitarbeiter bei einer Betriebsversammlung über die Verkaufspläne informieren. Bislang gehörte der Weltbild-Konzern der katholischen Kirche, im Januar hatte die Verlagsgruppe Weltbild als Mutterhaus Insolvenz angemeldet.

Geiwitz hatte die Mitarbeiterzahl bei Weltbild massiv reduziert

Paragon gehört den drei Geschäftsführern und ist seit einem Jahrzehnt auf die Übernahme von mittelständischen Unternehmen im deutschsprachigen Raum spezialisiert. Die beiden derzeit größten Beteiligungen sind die der Nutzfahrzeug-Ersatzteilhändler Europart mit rund 1500 Mitarbeitern und 450 Millionen Euro Jahresumsatz sowie die Motorradzubehör-Kette Polo mit 800 Mitarbeitern in 100 Filialen und 105 Millionen Euro Umsatz.

In den vergangenen Wochen hatte Insolvenzverwalter Geiwitz die Mitarbeiterzahl bei Weltbild bereits für einen Verkauf massiv reduziert. Bei der Konzernmutter und der Filialtochter waren 875 Beschäftigte in Auffanggesellschaften gewechselt. Etwas mehr als 2000 Mitarbeiter verbleiben bei den zwei Unternehmen, etwa jedes vierte der 220 Weltbild-Geschäfte soll in den nächsten Monaten geschlossen werden. Zudem gehören weitere Töchter in Österreich und der Schweiz sowie der Internet-Händler buecher.de zu Weltbild, die bislang nicht direkt von der Insolvenz betroffen waren.

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