Mehr als 100 Tiere sind im Botnanger Tierheim gelandet. Foto: Tierheim

Im Stuttgarter Tierheim sind mehr als 100 Hunde- und Katzenwelpen gelandet, welche die Autobahnpolizei in einem Transporter entdeckt hatte.

Stuttgart - Im Stuttgarter Tierheim haben die Helfer alle Hände voll zu tun, um sich um 93 Hunde und 21 Katzen zu kümmern, welche die Polizei am Dienstagabend bei Leonberg aus einem Transporter gezogen hatte. Tierärzte des städtischen Veterinäramtes haben die Tiere untersucht. „Sie sind alle in einem sehr schlechten Pflegezustand“, sagte der städtische Pressesprecher Martin Thronberens. Für ein Tier kam die Hilfe schon zu spät: Eine Katze ist bereits gestorben. Als lebensbedrohlich hatten die Tierärzte zudem den Zustand zweier Hunde eingeordnet.

Die Liste der Krankheiten ist lang

Die Polizei hatte am Dienstag bei Leonberg an der Autobahn 8 einen slowakischen Transporter kontrolliert. Darin waren die Tiere. Sie kamen ins Tierheim, unter anderem, weil der Verdacht aufkam, dass sie jünger und damit noch nicht für einen Transport geeignet waren, als in den Papieren ausgewiesen.

Der Befund des Veterinäramts klingt alarmierend. Bis auf zwei Hunde seien alle zu jung, um einen ausreichenden Tollwutschutz zu haben, da dieser erst ab einem gewissen Alter verabreicht werden kann. Die Tiere seien stark verwurmt, manche hätten Narben, die auf einen Nabelbruch hindeuten. Außerdem gab es bei mehreren von ihnen Anzeichen, dass sie aus einer sogenannten Qualzucht stammen könnten – also aus einem Betrieb, der nur darauf ausgelegt ist, so viele Jungtiere wie möglich hervorzubringen, meist unter tierquälerischen Bedingungen. Darauf würden zum Beispiel deformierte Schädel hinweisen. Damit noch nicht genug. Etliche Hunde litten an blutigem Durchfall. Sollte sich herausstellen, dass es sich bei der Durchfallerkrankung um eine Paravirose, eine hoch ansteckende Viruserkrankung, handele, würde der gesamte von der Polizei aufgegriffene Bestand vorerst gesperrt werden, sagte der Pressesprecher der Stadt.

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