Am 28. Dezember hat ein Feuer die Vereinsgaststätte des Kleintierzuchtvereins Altenriet (Kreis Esslingen) komplett zerstört. Wie es künftig mit dem Lokal weitergeht, ist offen.
Der Albblick, die Gaststätte des Kleintierzuchtvereins Altenriet, ist bei einem Feuer am Nachmittag des 28. Dezember komplett zerstört worden. Nach Angaben der Polizei entstand ein Schaden von rund 450 000 Euro. Die 30 anwesenden Gäste konnten das Lokal rechtzeitig und unversehrt verlassen, ein Feuerwehrmann wurde bei den Löscharbeiten leicht verletzt.
Auch zwei Wochen nach dem Unglück ist die Betroffenheit in der 1900-Seelen-Gemeinde weiter groß – ebenso die Hilfsbereitschaft: Bei einer eigens initiierten Online-Spendenaktion für den Wirt sind inzwischen schon fast 39 000 Euro zusammengekommen. 562 Einzelpersonen und Firmen haben kleine und größere Beträge überwiesen, aber auch Vereine wie der TSV Altenriet und der Liederkranz beteiligten sich an der Aktion, die ein Nachbar bereits wenige Stunden nach dem Brand gestartet hatte.
„Gemeinsam werden wir die Folgen des Brandes bewältigen. Wir stehen zusammen, gerade wenn es darauf ankommt“
Patricia Mittnacht, Bürgermeisterin
Es sei „ein schwerer Verlust“ für den Ort, sagt Bürgermeisterin Patricia Mittnacht. „Innerhalb weniger Stunden ging ein Stück Altenriet verloren, das für viele von uns ein Ort der Begegnung, der Familienfeiern, der Vereinsabende, ein Stück Zuhause war.“ Der Brand habe die Gemeinde tief bewegt. „In Gedanken sind wir bei Aki und seinem Team, die von einem Tag auf den anderen ihren Lebensmittelpunkt und ihre Existenzgrundlage verloren haben.“
Aki, der griechische Wirt, betreibt das Vereinsheim der Kleintierzüchter seit 29 Jahren als Pächter, hat zwei Angestellte. Zum Glück wohnt er woanders im Ort und ist durch das Großfeuer nicht obdachlos geworden. Doch wie es für den Gastronom weitergeht, ist unklar. Ihn treibt wie viele Altenrieter die Frage um: Wird das als „Hasenheim“ bekannte und auch bei Ausflüglern im weiten Umkreis beliebte Lokal im Käppele wieder aufgebaut?
Die Brandstelle ist von der Polizei noch nicht freigegeben
„Derzeit kann noch nicht gesagt werden, wie es auf dem Gelände weitergeht“, räumt Patricia Mittnacht ein. „Die Brandstelle ist noch nicht von der Polizei freigegeben und die Stellungnahme der Versicherung steht noch aus.“ Sie stehe aber in engem Kontakt mit dem Gastronomen und dem Verein als Eigentümer des Gebäudes, das nun eine Ruine ist. „Wir müssen die nächsten Schritte abwarten.“
Die Eindrücke des Einsatzes seien für alle Beteiligten und für sie persönlich noch sehr präsent, berichtet die Bürgermeisterin, die während des Einsatzes vor Ort war. Ausdrücklich dankt sie nicht nur den insgesamt 100 Einsatzkräften von acht verschiedenen Feuerwehren, durch deren schnelles Eingreifen Schlimmeres verhindert werden konnte. Sondern auch den Maltesern, dem Rettungsdienst, dem Technischen Hilfswerk, der Polizei, den Betrieben, Landwirten, dem örtlichen Bauhof und allen, die über Stunden hinweg im Hintergrund geholfen hatten.
Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an
„In diesen schweren Stunden“, betont Mittnacht, „ist auch etwas sehr Kostbares sichtbar geworden – das, was unsere Dorfgemeinschaft ausmacht: Mitgefühl, Hilfsbereitschaft und Solidarität.“ Das erfülle sie „mit großem Dank und mit Stolz“. Deshalb strahlt die Bürgermeisterin auch Zuversicht aus: „Gemeinsam werden wir die Folgen des Brandes bewältigen. Wir stehen zusammen, gerade wenn es darauf ankommt.“
Der Brand war gegen 15.15 Uhr in der Küche des Albblick ausgebrochen und hatte sich über einen Zwischenboden unter dem Blechdach auf das ganze Gebäude ausgebreitet. Die genaue Ursache des Feuers steht noch nicht fest, die Ermittlungen der Polizei dauern an. Zur Klärung wurde ein Brandsachverständiger hinzugezogen.