Das Welcome Center informiert über seine Arbeit. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Aus 147 Ländern kommen die internationale Fachkräfte, die das Welcome Center der Stadt und der Region beraten hat. Die Arbeit war Thema im Wirtschaftsausschuss der Regionalversammlung – und es gab Lob von allen Seiten.

Stuttgart - Die Bedeutung von ausländischen Fachkräften für die regionale Wirtschaft und damit auch die Notwendigkeit der Arbeit des Welcome Centers hat der regionale Wirtschaftsförderer Walter Rogg unterstrichen. Die Wirtschaftsfördergesellschaft der Region betreibt zusammen mit der Stadt Stuttgart seit Oktober 2014 die Einrichtung, die internationale Fachkräfte und Unternehmen berät.

„Das ist ein starker Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit der Region Stuttgart“, sagte Rogg, „aber wir sollten nicht vergessen, dass die ausländischen Mitbürger eine Bereicherung für unsere Gesellschaft sind.“ Deshalb müsse man aufpassen, dass „die Willkommenspraxis keinen Schaden nimmt“, betonte er vor dem Wirtschaftsausschuss der Regionalversammlung.

Ingenieure und Betriebswirte

In den vergangenen fünf Jahren hat das Welcome Center mehr als 7400 ausländische Fachkräfte aus 147 Ländern beraten – die meisten kamen aus Italien (591), Indien (526), Kroatien (372), Syrien (347) und Spanien (305). Hauptberufsgruppen waren Ingenieure, Betriebswirte, Krankenpfleger, Architekten, Informatiker und Ärzte. Dabei berät das Welcome Center nicht nur in der Zentrale im Alten Waisenhausam Charlottenplatz, sondern macht auch Sprechstunden in den Kreisen.

„Lotsen in einem unbekannten System“

„Wir sind Lotsen und erklären den Menschen aus aller Welt sehr viel über unser System, das sie nicht kennen“, sagt Verena Andrei, Leiterin des Welcome Centers. Und was ist die häufigste Frage, die die Beraterinnen hören, wollten die Regionalräte wissen: „Die meisten fragen uns, wie sie ihr Deutsch verbessern können“, antwortete Andrei. Aber auch ausländer- und aufenthaltsrechtliche Themen stehen im Vordergrund der Beratungen. Dabei vermittelt das Center an andere Behörden und Institutionen weiter. Es arbeitet auch mit Behörden und Dienstleistern zusammen, die gezielt Fachkräfte anwerben – etwa Erzieherinnen aus Spanien und Pflegekräfte aus Kroatien.

Dass dem Welcome Center die von allen Fraktionen gelobte Arbeit nicht ausgehen wird, machte Rogg deutlich: Von den 1,3 Millionen Beschäftigten in der Region würden mehr als 200 000 in den nächsten zehn Jahren in Rente gehen. Der Bedarf sei ohne ausländische Kräfte kaum zu decken.

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