Die Remstalkellerei verliert weitere Mitglieder – nun auch die WG Korb und Steinreinach. Foto: Stoppel

Erneut verliert die Remstalkellerei Mitglieder: Die WG Korb und Steinreinach hat für ihren Austritt Ende 2021 gestimmt. Auch die Weingärtner Winnenden entscheiden dieses Jahr darüber, ob sie die Zusammenarbeit fortsetzen.

Korb/Weinstadt - Die Remstalkellerei verliert ein weiteres Mitglied: Nach der Ortsgenossenschaft Stetten, die bereits Ende vergangenen Jahres ihre Mitgliedschaft zum Ende des Jahres 2020 gekündigt hatte, geht nun auch die Weingärtnergenossenschaft (WG) Korb und Steinreinach eigene Wege. Am Mittwochabend haben deren Mitglieder bei einer Versammlung mit großer Mehrheit für den Bruch mit der Remstalkellerei gestimmt. Laut Markus Amberger, dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der WG Korb und Steinreinach, haben von den 74 stimmberechtigten Mitgliedern 69 gültige Stimmen abgegeben, 65 davon waren für den Austritt aus der Remstalkellerei.

In den vergangenen Jahren habe die Remstalkellerei immer weniger ausgezahlt, begründet Amberger den Schritt der Korber. Auch bei den am Dienstagabend vorgestellten Zukunftsstrategien der Remstalkellerei handle es sich „um kein schlüssiges Konzept in unseren Augen“, sagt Markus Amberger. Die im Prüfungsbericht vorgestellten Zahlen bezeichnet er vielmehr als „sehr erschreckend“. „Es war klar, dass wir diesen Weg nicht mehr weitergehen können“, erklärt Amberger – zumal es auch Kritik an der Verwaltung und dem Führungsstil in der Remstalkellerei gegeben habe.

Kooperation mit der Weingärtner-Zentralgenossenschaft

Die WG Korb und Steinreinach sei letztlich ihren Mitgliedern verpflichtet und müsse entsprechend handeln, wenn es diesen „langsam an die Existenz geht“, so der stellvertretende Vorstandsvorsitzende. Mit den Auszahlungen der Remstalkellerei sei es für viele schwierig gewesen, noch kostendeckend zu arbeiten.

Künftig arbeite man daher mit der Württembergischen Weingärtner-Zentralgenossenschaft (WZG) in Möglingen zusammen, bei der die WG Korb und Steinreinach bereits Mitglied ist und mit der die Remstalkellerei ebenfalls kooperiert. „Da werden wir dann Vollablieferer“, sagt Amberger. In der Zusammenarbeit mit der Zentralgenossenschaft sieht er klare Vorteile: „Die WZG hat ein größeres Einzugsgebiet und eine größere Marktmacht.“ Allerdings beträgt die Kündigungsfrist bei der Remstalkellerei zwei Jahre, die Weingärtnergenossenschaft Korb-Steinreinach bleibt also bis Ende des Jahres 2021 deren Mitglied. Werden die Vertragsbedingungen verletzt, kann es Strafzahlungen geben.

Voraussichtlich im ersten Halbjahr 2020 werden laut Markus Amberger die Mitglieder der WG Korb und Steinreinach sowie die der Weingärtner Winnenden über eine Fusion der beiden Genossenschaften abstimmen. Im Falle einer Zustimmung würde die WG Korb und Steinreinach die Winnender aufnehmen.

Winnenden votiert noch in 2019

Was bedeutet das für die Mitgliedschaft der Winnender Weingärtner in der Remstalkellerei? Deren Vorsitzender Karl-Heinz Eckstein hat am Donnerstag auf Nachfrage mitgeteilt, dass die Mitglieder der Weingärtner Winnenden noch in diesem Jahr ebenfalls über einen Austritt aus der Remstalkellerei abstimmen werden – mit welchem Ergebnis, das sei noch offen.

Für die Remstalkellerei würde der Abschied der Winnender einen weiteren Flächenverlust von rund 20 Hektar bedeuten.„Wir bedauern das sehr“, kommentierte Peter Jung, der Geschäftsführer, am Donnerstag die Entscheidung der WG Korb und Steinreinach zum Austritt. Jedes Mitglied, das seine Trauben weiter in der Remstalkellerei abliefern wolle, könne dies tun.

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