Feiern ihre Wein-Kooperation bei einem Gläschen Riesling: Schräglage-Geschäftsführer Axel Steinbeck (li.) und Heiko Grelle (re.) mit Winzer Moritz Haidle (mi.). Foto: Schräglage

Mit einer neuen Wein-Edition stellen derzeit der Stuttgarter Club Schräglage und der Winzer Moritz Haidle unter Beweis, wie gut HipHop und Weißwein zusammenpassen. Wir stellen vor, was hinter der Kooperation steckt.

Stuttgart - Von der Steillage in die Schräglage – diesem Motto folgt Moritz Haidle in seiner Freizeit gerne. Jetzt wurde daraus auch ein Geschäft. Der junge Winzer aus Kernen-Stetten (Rems-Murr-Kreis) arbeitet seit kurzem mit seinem Lieblingsclub, der Schräglage in Stuttgart, Hand in Hand zusammen. Dort ist nun ein eigens für die Kooperation kreierter Riesling zu haben.

„Der Anstoß dazu kam mir beim Burger-Essen im Meals & More, da habe ich gesehen, dass sehr gute Weine auf der Karte stehen, allerdings war keiner von mir dabei“, so Haidle. Ein Unding für den Winzer, der mit seinen Weinen weit über das Remstal hinaus bereits international bekannt ist und immer wieder hochkarätige Preise gewinnt.

Gemeinsam mit den Schräglage-Geschäftsführern Heiko Grelle und Axel Steinbeck hat der 28-Jährige, der das Weingut Karl Haidle in der dritten Generation führt, dann eine Weinedition entwickelt, die auch dem Schräglage-Team einen Wunsch erfüllt: „Wir wollten schon lange einen eigenen Schräglage-Wein im Sortiment haben. Wir waren dafür bereits mit anderen Winzern im Gespräch, aber erst mit Moritz Haidle hat es richtig gut gepasst“, sagt Grelle.

Das liegt sicher nicht zuletzt daran, dass der junge Winzer selbst Hobby-Rapper, Graffiti-Künstler und großer HipHop-Fan ist und bereits viele Partys in der Schräglage gefeiert hat. Ausschlaggebend waren wohl auch die gute Qualität des Rebensafts vom Weingut Haidle und die regionale Verbundenheit. Bereits seit 1949 bewirtschaftet die Familie Haidle Weinberge im Remstal, einige ihrer Reben sind heute älter als 50 Jahre.

Doch nur „allein für den Club oder das Meals & More hätten wir den Riesling nicht gemacht“, gibt Grelle zu und spielt damit auf seine gastronomischen Veränderungen in den letzten Monaten an: Grelle und Steinbeck betreiben neben dem Club Schräglage und dem Burger-Restaurant Meals & More mittlerweile auch die Eintracht auf der Waldau und das GAZi-Stadion und haben die Bewirtung in der Stuttgarter Spielbank übernommen. Den Riesling aus der Schräglage (Glas: 6 Euro, Flasche: 18 Euro) gibt es auch in den anderen Lokalitäten, „wo tatsächlich mehr Wein getrunken wird, als im Club“, so Grelle. Für ihn ist der Riesling nur der Anfang, „vielleicht wird es bald noch mehr Schräglage-Weine geben,“ sagt er.

Elitäres Weingut mit jungem Publikum

Auch für Moritz Haidle bedeutet die Kooperation, mehr als nur einen weiteren hochwertigen Wein anzubieten. „Bevor ich mich mit Wein beschäftigt habe, war das für mich eine Sache für ältere Leute. Früher wollte ich nichts mit dem Weingut zu tun haben“, holt Haidle aus. Nach seiner Ausbildung zum Winzer und dem Studium in Weinbau und Oenologie war das Interesse dann doch geweckt und die Leidenschaft für die Weinberge und den Rebensaft entfacht.

Seit 2014 leitet er das renommierte Weingut, das unter seinem Vater Hans Haidle von 2,5, Hektar auf 25 Hektar anwuchs. „Wir arbeiten so schonend und natürlich wie nur möglich und stehen natürlich weiterhin für hohe Qualität und Tradition. Trotzdem will ich auch mehr junge Leute für Wein begeistern,“ so Haidle. Dieses Ziel verfolgt er nicht nur mit dem Riesling aus der Schräglage, sondern unter anderem auch mit Veranstaltungen wie dem Street-Food-Market und kurzen Image-Videos für das Weingut, die er gemeinsam mit Freunden aus der HipHop-Szene macht. Die jüngeren Leute würden manchmal etwas weniger meckern, als das ältere Publikum und „sie geben gerne auch etwas mehr Geld für guten Wein aus“, stellt Haidle fest.

„Nicht weil es derzeit modern ist, sondern weil wir bereits schon immer so arbeiten, sind all unsere Weine vegan. Außerdem stellen wir gerade komplett auf ökologischen Weinbau um“, so Haidle. Auch damit dürfte er eine neue Zielgruppe ansprechen.

Für die Zukunft hat auch er noch einiges in Petto: „Wir zählen zwar bereits zu den 100 besten Weingütern in Deutschland, aber ich will noch besser werden. Ich will ein wirklich elitäres Weingut führen“, sagt der Winzer. Der Weg dorthin soll von den Weinen gesäumt sein, für die Haidle und die Region bekannt sind: Lemberger und Riesling. „Ich will mich auf diese beiden Weine fokussieren, mich irgendwann nur noch auf die regionalen Spezialitäten konzentrieren.“ Deshalb habe er auch in Kooperation mit der Schräglage unbedingt einen Riesling machen wollen. „Das spiegelt uns sehr gut wieder, ein Riesling aus der Steillage, der hat Tradition und ist eine wertige Sache,“ resümiert der Profi.

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