Unangefochten an der Spitze der Weinmacher in Württemberg: Hansjörg (links) und Mathias Aldinger Foto: /Michael Käfer

Die vier wichtigen Weinführer formulieren in den aktuellen Ausgaben einiges an Lob für die Weine und die Entwicklung der Weingüter in Württemberg – und spendieren dem Remstal eine echte Sternenflut.

Vielfalt könne auch ein Problem sein, schreibt Gerhard Eichelmann in seinem kürzlich erschienenen Weinführer zu Deutschlands Weinen 2025 über die Lage in Württemberg. Dass dort in den vergangenen zwei Jahrzehnten viele Weingüter mit Spitzenweinen aufgetrumpft hätten, sei grundsätzlich gut für Württemberg. Aber: „Dass sich diese Spitzen auf viele Rebsorten verteilen, bringt keine Hilfe in der Hinsicht, das Trollinger-Image durch ein neues Württemberg-Bild zu ersetzen.“

 

Wie in allen anderen wichtigen Weinführern gibt es viel Lob vor allem auch für die aktuellen Weine aus dem Remstal. „Vinum“ etwa schreibt: „Auch heute steht Württemberg wieder am Scheideweg. Während so mancher genossenschaftliche Großbetrieb vor einer mehr als vagen Zukunft steht, werden Württembergs Topbetrieben die besten Flaschen aus der Hand gerissen.“

„Eichelmann – Deutschlands Weine“Mit den Fellbacher Weingütern Gerhard Aldinger und Rainer Schnaitmann stehen gleich zwei Remstäler im Trio derer, die von Gerhard Eichelmann in Württemberg mit fünf Sternen zu Weltklassebetrieben geadelt werden. Mit viereinhalb Sternen folgen dichtauf Betriebe aus der direkten Nachbarschaft: Das Weingut Karl Haidle aus Stetten, das Fellbacher Weingut Heid und das jüngst von Korb gen Waiblingen umgezogene Weingut Zimmerle.

Mit Jochen Beurer (Stetten), dem Weingut Jürgen Ellwanger (Winterbach), Escher und Maier (Schwaikheim), Gold, Klopfer und Knauß (Weinstadt) folgen weitere sieben Remstalweingüter mit vier Sternen und dem Prädikat „hervorragender Erzeuger“. Und mit dreieinhalb Sternen knapp dahinter sitzen zwei weitere Remstäler: Das Großheppacher Weingut Bernhard Ellwanger und das Strümpfelbacher Weingut Idler.

„Weingut des Jahres“ ist bei Eichelmann das Waiblinger Weingut Zimmerle. Die Laudatio: „Jens Zimmerle schafft es Jahr für Jahr, sich weiter zu steigern. Die Weißweine sind bärenstark im Jahrgang 2023.“

„Vinum Weinguide Deutschland“ Der Weinführer „Vinum Weinguide Deutschland 2025“ weist nur einem einzigen Betrieb aus Württemberg die für Weltklasse stehenden fünf Sterne zu: dem Weingut Aldinger aus Fellbach. Mit viereinhalb Sternen für fast Weltklasse folgt der Fellbacher Kollege Reiner Schnaitmann, dem „Vinum“ in diesem Jahr zudem den Titel des „Winzers des Jahres“ im Weinbaugebiet Württemberg verleiht. „Unverkennbar haben Schnaitmanns Weine weiter an Attraktivität zugelegt, daher ist er unser ‚Winzer des Jahres’ in Württemberg“, schreibt der Mastersommelier Frank Kämmer über ihn im Kapitel über das Weinbaugebiet Württemberg.

Mit vier Sternen folgt im aktuellen „Vinum“-Weinguide unter anderem das Weingut Albrecht Schwegler aus Korb. Zum Granat – seit Jahrzehnten eine Art Aushängeschild für das seit gut acht Jahren von Aaron Schwegler geführte Weingut – schreibt Kämmer: „Der Granat als Württembergs großer Kultwein zeigt immens dichtes, aber keinesfalls voluminöses Bukett mit intensiver Sauerkirsch- und Maulbeerfrucht, mit markanten Lohenoten und pikanter Würze.“

Dreieinhalb Sterne bekommen die Weingüter Karl Haidle (Stetten) und Zimmerle, das bei „Vinum“ nach wie vor ebenfalls in Korb verortet wird. Zwei weitere Weingüter aus dem Remstal folgen mit drei Sternen: Jürgen Ellwanger (Winterbach) und das Weingut Klopfer (Großheppach).

„Falstaff“ und „Gault Millau Weinguide“ Eine „atemberaubende qualitative Dynamik“ attestiert „Falstaff Weinguide“ dem Anbaugebiet Württemberg. Dank des Erfindungsreichtums der Winzer und „der Vorliebe unserer Zeit für leichtfüßige Eleganz“ erlebe der Trollinger eine Renaissance. Fünf Sterne vergibt „Falstaff“ an die Weingüter Aldinger, Schnaitmann und Albrecht Schwegler – außerdem in Württemberg lediglich noch an das Weingut Graf Neipperg in Schwaigern. Im Remstal gibt es vier Sterne für das Weingut Bernhard Ellwanger (Weinstadt), das Weingut Jürgen Ellwanger (Winterbach), das Weingut Karl Haidle (Stetten) und das Weingut Heid (Fellbach).

Im „Gault Millau Weinguide“ gehört Michael Maier aus Schwaikheim zur „Next Generation“, den Weintalenten Deutschlands. Die Laudatio: „Diese aufstrebenden Talente setzen mit frischen Ideen und Leidenschaft neue Akzente und stehen für eine vielversprechende Zukunft im Weinbau.“