Sonja Merz (li.) Joachim Aisenbrey und Conny Weitmann. Foto: Lg/Rettig

Wir feiern weiter: Die Lauben werden ab-, die Bierzelte aufgebaut. Es tut sich was auf dem Volksfest, nicht nur bei der Dirndl-Mode. Clubs wie die Schräglage oder das People entdecken den Wasen.

Stuttgart - Die „Krüger Style Night“ in der Stäffele-Laube am Samstagabend ist fast schon der Weindorf-Kehraus, am Sonntag ist Schluss mit der Viertele-Seligkeit. Jetzt heißt es Trachten entstauben und ab ins Bierzelt, am 22. September geht das Volksfest los.

Trotz des durchwachsenen Wetters sind die Wirte zufrieden von Inge Putler auf dem Markt- bis zu Michael Schmücker auf dem Schillerplatz. Der konnte der Prognose fürs Wochenende auch eine gute Seite abgewinnen: „Dann gehen die Stuttgarter schon nicht auf ihr Boot auf dem Bodensee, sondern schauen spontan bei uns vorbei.“

Bei Schmückers feinem Ochsenbraten auf der Etagère haben sich auf Einladung von Breuninger-Pressesprecher Christian Witt zum Medientreff Gäste aus Düsseldorf, München und Berlin getroffen – wobei die Stuttgarter in der Mehrzahl waren. Auch hier ging es um den bevorstehenden Wasen-Rummel. Die frühere Festwirtin Conny Weitmann ist froh, dass sie nur noch als Gast ins Bierzelt geht: „Jetzt hab ich bloß den Stress mit der Garderobe. Was zieh ich an? Dasselbe Dirndl zwei Mal hintereinander, das geht gar nicht.“

Sonja Merz hat nicht nur die Brauerei gewechselt – von Dinkelacker zu Hofbräu – sondern auch ihre Bar-Betreiber. Die Jägermeisterbar wird vom Club Schräglage betreut, die Schatzibar im ersten Stock übernehmen Daniele Liciano und Fabrizio Zullo vom Club People in der Eichstraße. Sie bieten einen Shuttle-Service vom Wasen in die City an – zum Weiterfeiern.

Für alle, die keine Herzchen, Rüschlein und Karos mehr sehen können, gibt’s einen neuen Trend: Gothic Tracht. Das meint Joachim Aisenbrey, Geschäftsführer von Breuninger Stuttgart. Die neue Generation der „traditionellen Kostüme“ vereint Reifrock und Totenkopf, Mieder und Leder, und das auf Niveau, etwa die Lederhosen-Marke „Himmel Arsch und Zwirn“.

Eröffnung dreieinhalb Monaten später

Ein Stoßgebet gen Himmel dürften auch die Breuninger-Bosse geschickt haben: Endlich sind alle Mieter im Dorotheen-Quartier eingezogen, als letzte die Luxusmarke Louis Vuitton und der Elektroautobauer Tesla. Die neue Einkaufsmeile war ja schon Ende Mai an den Start gegangen. Warum es so lange gedauert hat, bis auch die letzten Mieter eröffnet haben, dafür gibt es laut Aisenbrey mehrere Gründe. Die Fassade sei schuld, das Anbringen der Keramikelemente über dem Schaufenster von Vuitton sei kompliziert gewesen, zudem habe sich die Inneneinrichtung gezogen, denn bei Konzernen wie diesen müsse jede Lampe exakt am vorgegebenen Platz hängen. . .

Wie dem auch sei: Am Donnerstag, 14. September, wird nun die offizielle Eröffnung des Dorotheen-Quartiers begangen, mit viel politischem Schwergewicht. Beim Festakt sprechen neben dem Breuninger- CEO Willy Oergel Ministerpräsident Winfried Kretschmann und OB Fritz Kuhn. Beim Podiumsgespräch, moderiert von Alexander Mazza, treffen der Breuninger-Gesellschafter und Erfinder des Projekts, Willem G. van Agtmael und der DQ-Architekt Stefan Behnisch auf den EU-Kommissar Günther Oettinger. Danach gibt’s für die rund 400 geladenen Gäste Sansibar-Häppchen im eigens aufgebauten Zelt.

Das gilt auch für die Party zum 25. Geburtstag des Top Magazins am Montag zuvor. Verlegerin Karin Endress feiert mit 400 Gästen in der Sansibar und Karlspassage mit Dresscode „Cocktail Style“ Diashow und DJ – also quasi die erste Bewährungsprobe für’s neue Stadtquartier.

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