Wein-, Obst- und Gartenbauverein in Stuttgart-Feuerbach Qualität des Weines hängt nun von den Wetterlaunen ab

Von Petra Mostbacher-Dix 

Am Lemberg sprach unter anderem Pfarrer Harald Küstermann. Für die Musik  sorgten der CVJM-Posaunenchor aus  Feuerbach und Bläser aus Weilimdorf.  Fo Foto: Petra Mostbacher-Dix
Am Lemberg sprach unter anderem Pfarrer Harald Küstermann. Für die Musik sorgten der CVJM-Posaunenchor aus Feuerbach und Bläser aus Weilimdorf. Fo Foto: Petra Mostbacher-Dix

Früher als sonst hat der Wein-, Obst- und Gartenbauverein zum Herbstansingen geladen.

Stuttgart-Feuerbach - Sie gehören zu den Branchen, die wie kaum eine andere vom Wetter abhängig sind – die Land- und die Weinwirtschaft. Und weil dieser Sommer sehr heiß und regenarm war, wurden die Blätter früher gelb. Daher verlegte der Wein-, Obst- und Gartenbauverein (WOGV) Feuerbach das traditionelle Herbstansingen, das zum 32. Mal stattfand, kurzerhand eine Woche vor. Dort deklamierte dessen Pressewart und einstiger Vorsitzender Helmut Wirth denn auch aus einem Gedicht, das er eigens für das Ereignis verfasste: „Nach dem Frost vom letzta Jahr, erscheint das Jahr jetzt wonderbar. Doch was isch des für’a Jahr? So früh war der Herbst no’ net da.“ Er dankte dabei dem „da oba“, wie viel Obst und damit Arbeit die Wein- und Obstbauern heuer bekommen hätten, bemerkte aber auch „a’ bissle mehr vom Rega wär für ons ganz gut gewesa.“

Das betonte auch sein Sohn Steffen Wirth, Erster Vorsitzender des WOGV. Neben weiterhin Sonne „nach hinten raus“ würde den dieses Jahr volleren Reben auch etwas Regen in den kommenden Tagen gut tun, bevor es an das Weinlesen gehe. Indes, so betonte er, „bitte auch nicht zu viel davon“. Keinesfalls dürfen die Trauben aufplatzen oder gar zu faulen beginnen und die Essigfliege die Früchte dezimieren. Bisher sei diese, so Wirth, nicht gesichtet worden.

Mit einer launigen Rede dankte Pfarrer Harald Küstermann für die reiche Ernte

„Die Weingärtner beginnen in diesem Jahr wohl früher als sonst, zunächst mit den exotischeren Sorten“, schilderte Steffen Wirth. „Der Trollinger ist dann erst später dran.“ Ob die Trauben schon in diesem Jahr einen guten Tropfen versprechen, wenn denn alles gut gehe mit der Wasser-Sonnen-Bilanz, sei noch offen, betonte er. Vieles hänge eben von den kommenden Wochen und den Wetterlaunen ab. „Die Sonnentage im Herbst bringen die entscheidenden Öxle, das Wasser ist wichtig für das Wachstum. Bis der Tropfen im Keller ist, kann noch einiges passieren. Wir sind zuversichtlich, aber richtig weiß man es erst hinterher.“

Die „Feuerbächer, Feuerbacher ond Gäste von drom rom“ freilich, die zahlreich zum Ansingen auf dem Lemberg erschienen sind, ließen sich Brezel und Wein gut schmecken, die der WOGV spendierte. Nachdem sie zuvor kräftig ihre Stimmen zum Klingen gebracht hatten. Begleitet von den Bläsern des CVJM-Posaunenchors Feuerbach und Bläsern aus Weilimdorf sangen alle die traditionellen Volksweisen „Bunt sind schon die Wälder“ und „Kein schöner Land“ sowie das geistliche Lied „Geh aus mein Herz, und suche Freud“ sowie den Choral „Nun danket alle Gott“. Mit einer launigen Rede dankte zudem Pfarrer Harald Küstermann von der evangelischen Lutherkirche für die reiche Ernte. Er philosophierte anhand des Psalm 80, in dem das Volk Israel mit einem Weinstock verglichen wird, ob der Wengerter über die Jahre womöglich seinen ihm Vertrauten, den Reben, immer ähnlicher werde. „Letztlich geht es doch darum: Wie findet Kommunikation statt.“

Redaktion Feuerbach

Ansprechpartner
Torsten Ströbele und Georg Friedel
feuerbach@stz.zgs.de

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