Timur Sevgartmis (l.) und Einrichtungsleiter Martin Kapler präsentieren Staatssekretärin Marion von Wartenberg das frisch renovierte Jugendhaus. Foto: Martin Braun

Pumptrack, Kunstrasen und Tonstudio – alles wie aus einem Guss: Das Weilimdorfer Jugendhaus erstrahlt zu seinem 40. Geburtstag in neuem Glanz.

Weilimdorf - Außer den Fliesen im Foyer und dem schwarzen Tisch im Café ist alles neu im Weilimdorfer Jugendhaus, erklärte Timur Sevgartmis. Der 17-Jährige führte die Gäste der Wiedereröffnungs- und Geburtstagsfeier durch die für rund 440 000 Euro frisch renovierten Räume an der Solitudestraße. Nach einer neunmonatigen Umbaupause hat das Jugendhaus am vergangenen Freitag erstmals wieder geöffnet – und feiert bei der Gelegenheit gleich auch sein 40-jähriges Bestehen.

Dass es im Weilimdorfer Jugendhaus in den letzten Jahren schon einiges zu feiern gab, machte die Bezirksvorsteherin Ulrike Zich in ihrem Grußwort deutlich: „Seit 2009 bin ich fast jedes Jahr hier, um etwas einzuweihen oder zu eröffnen“, spielte sie darauf an, dass nach den Außenanlagen auch die Fassade des Gebäudes jüngst neu gemacht wurde. Im Hinblick auf die jetzige Komplettsanierung der Räumlichkeiten hob die Bezirksvorsteherin die Einbindung und das Engagement der Jugendlichen hervor.

Jugendhäuser als Orte der Partizipation

Darauf ging auch die Staatssekretärin im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, Marion von Wartenberg, in ihrer Ansprache ein: „Jugendhäuser sind Orte der Begegnung und des Miteinanders und im Idealfall auch der Partizipation und Integration.“ Es sei nicht alltäglich, dass Mitglieder der Landesregierung zu Eröffnungsfeiern in Jugendhäuser kämen, sagte sie. Die Renovierung der Weilimdorfer Einrichtung sei ein sehr ehrgeiziges Projekt gewesen, bei dem es sehr gut gelungen sei, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen.

Auch der Geschäftsführer der Jugendhausgesellschaft, Sieghard Kelle, betonte, dass es keine Selbstverständlichkeit sei, dass bei einem solchen Umbau alle Fristen und Kosten gehalten werden können. Deshalb wolle er sich bei allen Beteiligten bedanken, von den Jugendlichen angefangen bis zum Architekten, der seine Fantasie hervorragend umgesetzt habe.

Böden wurden freigelegt, Wände eingerissen

Umgesetzt wurde einiges im Jugendhaus während der vergangenen neun Monate. Die Mädchentoilette wurde vom Ober- ins Erdgeschoss verlagert, dafür steht der Billardtisch jetzt oben, wo früher der Computerraum war. Alte Böden wurden freigelegt, neue verlegt, Wände eingerissen und Türen versetzt – und die Jugendlichen haben mit angepackt. Ob sie fachmännisch angeleitet worden seien, wollte Marion von Wartenberg wissen. „Fachmännisch?“, fragte Timur Sevgartmis überrascht: „Mir wurde halt gesagt, ich soll die Mauer einreißen, dann habe ich einen Vorschlaghammer genommen und die Wand eingerissen.“

Das Ergebnis der Renovierung lässt auf jeden Fall auf fachmännische Arbeit schließen – und macht auch den Einrichtungsleiter Martin Kapler glücklich. Nachdem im vergangenen Jahr der Neubau des Kinder- und Jugendhauses in Giebel bezogen werden konnte, seien jetzt beide Einrichtungen im Bezirk auf einem sehr guten Stand: „Und das meine ich nicht nur baulich, sondern auch inhaltlich“, so Kapler: „Das Team ist gut zusammengewachsen, und die Konzepte sind klar und bekannt.“ Nachdem mit der Neugestaltung des Außengeländes 2009 gewissermaßen der Startschuss erfolgt sei, sei jetzt nach der Komplettsanierung der Räume alles wie aus einem Guss – und die Mitarbeiter seien schon ganz heiß darauf, wieder hier zu arbeiten.

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