Die Verwaltung und der Gemeinderat schauen in die Röhre. Die Bürgerschaft hat sich dagegen ausgesprochen, die Limburghalle durch einen Neubau im Zentrum zu ersetzen Foto: Rudel

Mit dem Nein gegen eine neue Turn- und Festhalle in der Innenstadt sind die Weilheimer ihrer Verwaltung und dem Gemeinderat an den Karren gefahren. Das Votum im Bürgerentscheid war mehr als deutlich.

Weilheim - Mit einer großen Mehrheit haben die Weilheimer den von der Stadtverwaltung und vom Gemeinderat favorisierten Plan durchkreuzt, die in die Jahre gekommene und sanierungsbedürftige Limburghalle durch eine neue innerstädtische Turn- und Festhalle zu ersetzen. 2965 wahlberechtigte Bürger haben am Sonntag die im Bürgerentscheid gestellte Frage „Sind Sie für den Bau einer neuen Turn- und Festhalle an der Lindach als Ersatz für die Limburghalle und die Turnhalle an der Limburgschule?“ mit Nein beantwortet. Lediglich 1363 der knapp 8000 Stimmberechtigten haben mit Ja gestimmt.

Das Nein sagt nicht, wie es nun weitergeht

„Das Nein impliziert nicht, wie es weitergeht“, sagte der Bürgermeister Johannes Züfle in seiner ersten Stellungnahme. Er will nun das Paket aufschnüren. „Wir brauchen für insgesamt vier Projekte – Limburghalle, Turnhalle, Lehrschwimmbecken und Freibad – finanzierbare Lösungen“, sagte der Schultes.

Die Gemeinderäte der Teckstadt hatten sich in den Tagen vor dem Bürgerentscheid noch einmal an die Weilheimer gewandt. In einer gemeinsamen Stellungnahme hatten sie eindringlich für den Neubau geworben. Die Sanierung der Limburghalle sei unverantwortlich. Tragende Teile, etwa der Beton unter dem Schwimmbecken, seien gar nicht mehr zu retten.

Die Bürgerinitiative, die den Bürgerentscheid letztlich durchgesetzt hatte, war ihrerseits mit einem Flyer an die Öffentlichkeit getreten. Darin wurde der Stadt eine zusätzliche Verkehrsbelastung ebenso prophezeit wie ein Parkplatzchaos. Zu dem Szenario, das die Gegner aufbauten, gehörten außerdem mehr Lärm, weniger Veranstaltungen und Einschränkungen beim Schulsport.

Der Neubau wäre günstiger gewesen

Für den Bau einer neuen zentrumsnahen Turn- und Festhalle hätte gesprochen, dass deren Kosten durch den Verkauf des Limburghallen-Geländes auf rund sechs Millionen Euro hätten gesenkt werden können. Die Sanierung der Limburghalle und der dann außerdem notwendige Neubau einer Schulsporthalle sind dagegen mit Kosten in Höhe von mehr als zehn Millionen Euro veranschlagt.

Die Befürworter einer Sanierungslösung hatten der Stadtverwaltung und dem Bürgermeister vorgehalten, den Neubau schöngerechnet, die Kosten für eine Sanierung im Bestand dagegen zu hoch angesetzt zu haben. Dass die Bürgerinitiative, die sich für die Erhaltung der 54 Jahre alten Limburghalle stark gemacht hat, über genügend Rückhalt in der rund 10 000 Einwohner zählenden Stadt verfügt, hatte sich schon am Erfolg der Unterschriftensammlung ablesen lassen. Mit 2100 Unterschriften war eine Hürde, die der Gesetzgeber vor einem Bürgerentscheid aufgebaut hat, klar übersprungen worden. Formal hätte der Gemeinderat die Durchführung des Entscheids trotzdem ablehnen können, weil die Abrissgegner unter anderem keinen Vorschlag einer Gegenfinanzierung erbracht hatten. Um den Stadtfrieden wieder herzustellen, hatten sich die Verwaltung und die Ratsrunde jedoch dazu durchgerungen, die Bürger entscheiden zu lassen.

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